Branchenkreise skeptisch
CS-Interesse an Gerling unwahrscheinlich

Ein Einstieg der schweizerischen Großbank Credit Suisse (CS) bei dem zum angeschlagenen Gerling-Konzern gehörenden Industrieversicherer GKA gilt in Branchenkreisen als eher unwahrscheinlich.

Reuters DÜSSELDORF. Es sei nicht erkennbar, welchen Nutzen ein solcher Schritt für die Schweizer hätte, hieß es in den Kreisen am Dienstag zu einem entsprechenden Bericht der "Financial Times Deutschland".

Die Zeitung hatte in ihrer Dienstagsausgabe berichtet, CS wolle sich mit 9,9 % an der Gerling Allgemeine Versicherungs-AG (GKA) beteiligen und sofort mit einer Machbarkeitsstudie (Due Diligence) beginnen. Unter Versicherungs-Managern hieß es dazu, Gerling suche auf dem gesamten Markt nach Partnern und habe auch schon mit einigen Interessenten gesprochen. In eine konkrete Phase, etwa einer Due Diligence, sei man dabei aber nicht eingetreten. Gerling und Credit Suisse lehnten Kommentare zu dem Thema ab.

Gerling-Konzernchef Björn Jansli ist erklärtermaßen seit langem auf der Suche nach kapitalkräftigen Partnern sowohl für die Gruppe insgesamt, als auch für das Kerngeschäft der Industrieversicherung (GKA) und für Gerling Leben. Dabei spreche man sowohl mit strategischen als auch mit Finanzinvestoren. Jansli wolle den Konzern nach Möglichkeit zusammenhalten, zumindest aber das traditionsreiche Industrieversicherungsgeschäft im Verbund belassen, hieß es in den Kreisen weiter.

Das Industrieversicherungsgeschäft leidet besonders stark unter der Finanzschwäche der Konzern-Holding. In deren Folge hatte die Rating-Agentur Standard & Poor´s das Rating für die GKA unlängst auf "BB+" von "A+" herabgestuft. Mit einem oder mehreren finanzstarken Partnern im Rücken könnte sich GKA Hoffnung auf ein höheres Rating machen, hieß es. Dann hätte GKA auch bessere Chancen, bei den im Herbst anstehenden Neuverhandlungen mit den großen Industriekunden nennenswerte Versicherungsaufträge zu bekommen. Mit einem schlechten Rating verbinden Industriekunden die Sorge, dass ihr Versicherer im Schadensfall nicht zahlen kann.

Gerling hatte in der vorigen Woche für 2002 einen Konzernjahresverlust von 739 Mill. ? bekannt gegeben. Der Fehlbetrag fiel damit um gut 300 Mill. ? höher aus als noch zu Jahresbeginn angenommen. Einen wesentlichen Anteil an den Verlusten hatte das Rückversicherungsgeschäft. Gerling will die Globale Rück an den Manager Achim Kann verkaufen. Einwände des Bundesanstalt für Finanzdienstleitstungsaufsicht (BaFin) hat ein Gericht inzwischen als unbegründet zurückgewiesen.

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