Branchentreff auf der IAA in Frankfurt
Autohersteller wollen nach IAA wieder durchstarten

Die Autohersteller in Deutschland wittern rechtzeitig vor dem großen Branchentreff auf der IAA in Frankfurt Morgenluft. Spätestens im kommenden Jahr wollen die Unternehmen durchstarten. "Das Geschäft wird den Herstellern in den nächsten beiden Jahren wieder Spaß machen", ist Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der FH Gelsenkirchen, überzeugt.

HB/dpa MÜNCHEN. Mit dazu beitragen soll auch ein Feuerwerk an neuen Modellen. So wird auf der 60. Internationalen Automobil-Ausstellung (11. bis 21. September) das ewige Duell Golf gegen Astra neu belebt. Volkswagen und Opel präsentieren auf der Messe die neu entwickelten Varianten ihrer wichtigsten Volumen-Modelle. Angesichts der deutlich aufgehellten Stimmung warnen einige Experten schon vor zu viel Euphorie.

Wie jedes Mal erwarte die Branche von der zentralen Automobilmesse Impulse für das Geschäft, sagt BMW-Chef Helmut Panke. "Dieses Jahr der eine oder andere vielleicht etwas ungeduldiger als sonst." Denn in der allgemeinen Konjunkturkrise erwiesen sich die deutschen Autobauer zwar als erstaunlich robust. So stieg die Produktion der deutschen Hersteller bis Ende Juli um zwei Prozent auf gut drei Mill. Autos. Dennoch waren die Bremsspuren unübersehbar. Die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland liegt derzeit noch immer leicht unter Vorjahresniveau. 2002 war der Absatz im Inland bereits um fast drei Prozent auf 3,25 Mill. Verkäufe gesunken. Im Jahr 1999 waren es noch 3,8 Millionen, seither ging es für die Branche bergab.

Dudenhöffer rechnet mit einem Aufschwung in allen wichtigen Märkten. "Nordamerika bleibt stark und Südamerika erholt sich", sagt der Experte. In Deutschland rechnet er wegen des angestauten Nachholbedarfs, der gescheiterten Dienstwagensteuer-Erhöhung und der allgemeinen Konjunkturbelebung im kommenden Jahr mit einem Anstieg der Zulassungen von 3,22 auf 3,45 Mill. Autos. Im Jahr 2005 werden es nach seiner Prognose schon 3,75 Mill. sein. "Die Autobranche wird die Konjunkturlokomotive in Deutschland sein." Dabei werde auch die Neuauflage von Golf und Astra einen kleinen Sonder- Boom auslösen, von dem vor allem Volkswagen profitieren werde. "Der Golf ist das wichtigste Auto in Deutschland." Auch das konservative Design, von manchen kritisiert, habe da Tradition.

Auch Albrecht Denninghoff, Auto-Analyst bei der HypoVereinsbank, glaubt an einen Absatzschub durch die neuen Modelle. Ähnlich sei die Situation in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre gewesen, als der neue Golf und der neue Astra die Zulassungszahlen in die Höhe trieben. Allerdings habe sich damals die Konjunktur im Aufschwung befunden. "Da hat alles zusammengepasst." Dagegen sei die Autobranche derzeit bestenfalls am unteren Umkehrpunkt. Es sei trotz der hohen Erwartungen noch nicht klar, ob die Verbraucher wirklich schon wieder bereit seien, Geld für den Konsum auszugeben. Daher sind die Prognosen der HypoVereinsbank-Analysten etwas konservativer. Sie rechnen für das kommende Jahr mit 3,3 Mill. Neuzulassungen in Deutschland. "Für 2005 sind wir dann aber optimistisch." Die Zahl der Neuwagen-Verkäufe könne dann auf 3,6 bis 3,7 Mill. steigen.

Auf der IAA (11. bis 21. September) gibt es nicht nur die großen Volumenmodelle von VW und Opel zu sehen, auch die anderen Hersteller warten mit einer Reihe von wichtigen Neuheiten und Schmankerln auf. So zeigt zum Beispiel BMW erstmals den neuen 6er, Ford den Focus C- Max, Porsche das 911er Turbo Cabrio und Daimler-Chrysler den Smart Forfour. "Die Branche steht vor einer ihrer größten Produkt- Einführungsphasen", sagt Dudenhöffer.

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