Branchenverband beklagt Monopol von Post und Co.: "Staatsunternehmen teilen Logistik-Markt unter sich auf"

Branchenverband beklagt Monopol von Post und Co.
"Staatsunternehmen teilen Logistik-Markt unter sich auf"

Die Logistik-Branche hat vor einer zunehmenden Konzentration ehemaliger oder noch staatlicher Großunternehmen auf dem Markt für Gütertransporte gewarnt.

HB/dpa BERLIN. Unternehmen wie die Deutsche Post, die Deutsche Bahn oder andere europäische Staatsunternehmen teilten den Markt zunehmend unter sich auf, sagte das Präsidiumsmitglied der Bundesvereinigung Logistik (BVL), Dieter Bock, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Mittelfristig sei damit die überwiegend mittelständisch geprägte Branche gefährdet. "Für einen Großteil der 9400 Unternehmen wird es um die Existenz gehen."

Der Staat rede zwar von Privatisierung. Über die Post AG und die Bahn AG habe er aber die beiden größten europäischen Logistikkonzerne unter seine Fittiche genommen. Die teils noch staatliche Post und die vollständig bundeseigene Bahn AG strebten an die Spitze der Logistik. Mit Unternehmenszukäufen und Fusionen bauten sie ihre Stellung aus, etwa dem Kauf von Stinnes/Schenker durch die Bahn AG. Hinzu komme, dass auch in anderen Ländern nur die Großen zum Zuge kämen: "Wahrscheinlich sind künftig in Europa nur noch drei große Postunternehmen aktiv."

Nach Darstellung Bocks beklagen andere private Anbieter, dass Tochtergesellschaften von Großunternehmen mit deutlich niedrigeren Preisen am Markt agieren könnten auf Grund von Quersubventionen. Nachteile für kleinere Anbieter könnten sich möglicherweise im Zuge der für Ende August geplanten Lkw-Maut ergeben, sagte der BVL- Experte. Diese Zusatzkosten könnten Großunternehmen eher verkraften.

Kartellrechtlich könne gegen den Konzentrationsprozess kaum vorgegangen werden. Keiner der großen Anbieter habe in dem bestimmten Segment einen Marktanteil von mehr als 75 Prozent. Bock: "Es geht hier weniger um regulatorische Eingriffe als vielmehr darum, dass mehr Markt zugelassen werden muss." Die großen Anbieter dürften nicht noch durch ihre staatlichen Eigentümer unterstützt werden.

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