Branchenverband erwartet für 2003 nur geringes Marktwachstum in Deutschland
Autokonjunktur bleibt schwach

Der Branchenverband VDA macht dafür auch die neuen Steuererhöhungspläne der Bundesregierung verantwortlich.

hz FRANKFURT/M. Die deutsche Autoindustrie rechnet auf Grund zusätzlicher Belastungen durch die geplante höhere Besteuerung von Dienstwagen nicht mit einer deutlichen Erholung im kommenden Jahr. Für 2003 werde nur mit einem Zuwachs bei den Pkw-Zulassungen von rund 2 % gerechnet, sagte Eckehart Rotter, Sprecher des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Damit rollt die deutsche Schlüsselbranche auf das vierte schwache Automobiljahr in Folge zu. Für das laufende Jahr bleibt die Vertretung der deutschen Hersteller trotz der anhaltenden Verunsicherung der Verbraucher ihrer Prognose von 3,23 Millionen Pkw-Neuzulassungen in Deutschland treu.

Der VDA, der bis heute in Weimar über die Erwartungen für das nächste Jahr berät, dämpft mit seiner Prognose die Hoffnungen einiger Spitzenmanager der Autoindustrie. So hatte der VW-Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder noch jüngst einen Aufschwung für die Branche in Deutschland und in Westeuropa für das Frühjahr in Aussicht gestellt. Auch BMW-Chef Helmut Panke hat bereits erste Anzeichen für ein Anziehen der Konjunktur ausgemacht.

Doch auch beim Marktforschungsinstitut Marketing Systems, auf deren Prognosen viele Hersteller ihre Absatzplanung aufbauen, schwindet derzeit die Hoffnung auf ein deutliches Anziehen der Inlandsnachfrage. Ulrich Winzen von Marketing Systems hat seine Prognose für die Neuzulassungen in Deutschland bereits um 50 000 auf 3,35 Millionen heruntergeschraubt. Als Gründe nennt er die anhaltende Wirtschaftsflaute, die jüngsten Pläne für Steuererhöhungen sowie das anhaltend schwache Verbrauchervertrauen. Die Marktforscher liegen damit auf einer Linie mit der Investmentbank WestLB Panmure. Die Bankanalysten sagen in ihrer aktuellen Studie voraus, dass im kommenden Jahr 3,348 Millionen neue Fahrzeuge in Deutschland zugelassen werden könnten.

Der Wendepunkt bei der Zahl der Neuzulassungen scheint nach den jüngsten Daten des VDA aber zumindest erreicht. Der Markt hat nach Ansicht von VDA-Präsident Bernd Gottschalk eine untere Widerstandslinie gefunden. Der Branchenverband hatte deswegen Ende September seine seit 2001 unveränderten Prognosen für das laufende Jahr leicht von 3,2 Millionen auf 3,23 Millionen Fahrzeuge angehoben. Das entspräche gegenüber 2001 aber immer noch einem Rückgang um 3,3 %.

Pessimistisch ist auch der Verband der Importeure von Kraftfahrzeugen (VDIK). Die dort zusammen geschlossenen Firmen gehen davon aus, dass der deutsche Markt weder in diesem noch im kommenden Jahr zur Normalität zurückkehren wird. Die weltweite Autobranche leidet weiter unter den Folgen der Terroranschläge in den USA und der Weltrezession.

In der Industrie gelten darum die Pläne für eine höhere Dienstwagenbesteuerung als Gift. Damit werde gerade das Fahrzeugsegment erheblich getroffen, das sich bislang als besonders konjunkturrobust erwiesen habe. Dies schwäche die seit Jahren rückläufige Automobilkonjunktur im Inland erneut und verstärke die Tendenz zur Kaufzurückhaltung, mahnte der VDA-Präsident.

Quelle: Handelsblatt

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