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Brandenburgs Ex-Minister Wolf versuchte Selbstmord

Der ehemalige brandenburgische Bauminister Jochen Wolf, der nach eigenem Geständnis einen Killer für seine Ehefrau angeheuert hat, hat einen Selbstmordversuch unternommen.

dpa POTSDAM. Wolf habe versucht, sich die Pulsadern aufzuschneiden, sagte sein Anwalt Sven-Oliver Milke am Dienstag. Er sei offenbar ansprechbar und von der Justizvollzugsanstalt Brandenburg/Havel ins Krankenhaus verlegt worden. Der Vorfall habe sich am frühen Dienstagmorgen ereignet, teilte das Potsdamer Justizministerium mit und bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Nach Einschätzung von Milke gab es zuvor keine Hinweise auf eine Suizidgefahr.

"Ich vermute, dass er deprimiert war, plötzlich weggeschlossen und in einer Vier-Mann-Zelle untergebracht zu sein", meinte Milke. Es seien wohl eher die Haftbedingungen als die Vorwürfe gegen ihn gewesen, die Wolf zu dem Selbstmordversuch getrieben hätten. Der Ex-Minister war am vergangenen Freitag verhaftet worden. Er hatte gestanden, die Ermordung seiner Ehefrau in Auftrag gegeben zu haben.

Der mit dem Mord Beauftragte hatte sich bereits im November 2000 der Polizei offenbart: Er habe gegen Zahlung von 15 000 Mark Wolfs Ehefrau töten sollen. Milke rechnet damit, dass in zwei bis drei Monaten der Prozess gegen Wolf beginnen könnte. Nach Auskunft der Sprecherin der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Sigrid Komor, ist ein Ende der Ermittlungen derzeit noch nicht abzusehen. So liege das Motiv für die Tat noch im Dunkeln.

Presseberichte, wonach finanzielle Sorgen hinter den Plänen von Wolf steckten, bezeichnete sie als reine Spekulationen. Bei einer Verurteilung droht Wolf laut Komor eine Freiheitsstrafe zwischen 3 und 15 Jahren.

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