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Brandkatastrophe bei Neujahrsfeier in den Niederlanden - Bisher acht Tote

dpa DEN HAAG. Eine Silvesterparty hat sich im niederländischen Touristendorf Volendam zur Katastrophe mit zunächst acht Toten entwickelt. In einem Gaststättenkomplex brach kurz nach Mitternacht ein Brand aus, bei dem bis Montagnachmittag acht Volendamer im Alter zwischen 16 und 22 Jahren starben. 90 weitere wurden mit zum Teil lebensgefährlichen Wunden in Krankenhäuser gebracht. Fünf von ihnen würden sicher noch innerhalb von Stunden ihren Verletzungen erliegen, sagten Experten des Brandpatientenzentrums Beverwijk am Montag. Mit dem Tod von weiteren fünf Verletzten müsse innerhalb der nächsten zwei Wochen gerechnet werden. Niemand wird vermisst.

Das schwere Unglück hatte sich in der Bar "Het hemeltje" (Zum kleinen Himmel) in der obersten Etage eines dreigeschossigen Hauses ereignet. Mehr als 500 meist jugendliche Gäste feierten in dem Haus am Hafen, als die Weihnachtsdekoration an der Decke in Brand geriet und auf die Feiernden fiel, sagte Volendams Bürgermeister Frank Ijsselmuiden am Mittag vor Journalisten. Viele Gäste hätten Kunststoffkleidung getragen. Dies könne die Brandwunden noch schlimmer gemacht haben. Wodurch das Feuer entstand, ist nach Angaben des Bürgermeisters noch unklar. Justiz und Brandexperten haben bereits mit der Untersuchung begonnen.

Nach Angaben des Bürgermeisters stand ein Notausgang offen. Zu Berichten, wonach weitere Notausgänge versperrt gewesen sein sollen, nahm er nicht Stellung. Alle Gaststätten seien erst kürzlich auf Einhaltung der Brandschutzbestimmungen überprüft worden.

"Es war schrecklich, schrecklich, in fünf Sekunden war alles vorbei", schilderte ein Überlebender später das Inferno. Plötzlich sei das Licht ausgefallen und viele hätten geschrien, als sich alle in Sicherheit bringen wollten. Einige hätten Scheiben eingeschlagen und seien auf die Straße gesprungen. Andere seien von den Nachdrängenden niedergetrampelt worden. In zwei Minuten sei das Gebäude vollständig in Rauch gehüllt gewesen.

Am Deich vor dem Haus hatten Anwohner den Geflüchteten, die zum Teil mit schweren Wunden dem Inferno entkommen waren, erste Hilfe geleistet. "Die haben Verletzte in ihre Wohnungen geholt und unter die Dusche gestellt", schilderte ein Augenzeuge später. Schock und Panik herrschten überall. Dazwischen suchten Eltern nach Kindern. Und Stunden später berichtete ein junger Mann aus Volendam, wie er dem Chaos entgangen war: "Ich bin kurz zuvor nach Hause gegangen, weil ich zu sehr betrunken war. Ich kann das alles nicht fassen".

Weil in den Niederlanden die Kapazität zur Pflege von schwer verletzten Brandopfern rasch erschöpft war, wurden noch am Montag einige Patienten in ausländische Krankenhauser geflogen. Zentren in Aachen, Brüssel und Antwerpen hatten sie aufgenommen.

Königin Beatrix und die niederländische Regierung sprachen den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus. In der katholischen Kirche von Volendam wurde am Montag für die Opfer gebetet.

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