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Brasilien gewinnt «Gigantenduell» gegen Argentinien

Rio de Janeiro (dpa) - Mit drei Elfmeter-Toren von Ronaldo hat Weltmeister Brasilien das «Gigantenduell» Südamerikas gegen Argentinien daheim mit 3:1 (1:0) gewonnen - und den Erzrivalen von der Tabellenspitze des Qualifikationsturniers zur WM 2006 in Deutschland verdrängt.

Rio de Janeiro (dpa) - Mit drei Elfmeter-Toren von Ronaldo hat Weltmeister Brasilien das «Gigantenduell» Südamerikas gegen Argentinien daheim mit 3:1 (1:0) gewonnen - und den Erzrivalen von der Tabellenspitze des Qualifikationsturniers zur WM 2006 in Deutschland verdrängt.

Für die «Gauchos» ging im «Mineirao»-Stadion von Belo Horizonte eine Serie von 17 WM-Qualifikationsspielen ohne Niederlage zu Ende. Vor 50 000 Zuschauern war das Auswärtsteam allerdings über weite Strecken die tonangebende Mannschaft. «Brasilien hat nur die Einzelaktionen von Ronaldo gezeigt. Die Argentinier waren taktisch besser», räumte sogar der frühere Nationalstürmer Casagrande ein, der heute als Kommentator des TV-Riesen «Globo» arbeitet.

Nach dem miserablen Saisonende mit seinem Verein Real Madrid fand Ronaldo in Belo Horizonte sein Lausbubenlachen wieder. Der 27-Jährige schoss in der 16., 67. und 90. Minute nicht nur alle drei Elfmeter ins Netz. Er war es auch, der in allen drei Fällen im gegnerischen Strafraum zu Fall gebracht wurde. Die Onlineausgabe der Zeitung «Estado» jubelte: «Ronaldo hat erneut gezeigt, weshalb er das Phänomen gerufen wird». «Ronaldo ist immer der große Unterschied. Das Spiel war sehr schwer, aber das Gefühl eines Sieges gegen Argentinien ist unbescheiblich», meinte der sonst kühle Coach Carlos Parreira.

Der Mann des Abends blieb unterdessen auf dem Boden der Tatsachen. «Das war sicher nicht unser bestes Spiel. Aber was zählt, ist der Sieg». Wegen des «Spiels des Jahres» hatte das Parlament in Brasilia sogar wichtige Debatten vorgezogen oder verschoben. Schiri Oscar Ruiz aus Kolumbien meinte, ein Brasilien-Argentinien sei das achte Weltwunder. Aber nicht alle Stars waren mit von der Partie. Während bei den Gästen der gesperrte Verteidiger Roberto Ayala sowie die verletzten Juan Verón und Andrés D'Alessandro (VfL Wolfsburg) fehlten, musste die «Selecao» ohne den angeschlagenen Superstar Ronaldinho Gaucho vom FC Barcelona und den Leverkusener Lucio auskommen.

Bei Brasilien zeigte Ze Roberto vom FC Bayern München eine gute Leistung. Wegen einer zweiten gelben Karte wird er allerdings beim nächsten Qualifikationsspiel in Chile fehlen. Argentinien hatte in «Laufwunder» Juan Sorin von Paris St. Germain, der in der 79. Minute zum 1:2 ins Netz traf, seinen besten Mann.

Nach sechs von insgesamt 18 Spieltagen führt Brasilien die Tabelle mit zwölf Punkten vor Argentinien (11), Paraguay und Chile (je 10). Danach folgen Venezuela (9), Peru (8), Uruguay und Ecuador (je 7), Bolivien (6) und Kolumbien (4). Im zweiten Spiel des Tages schlug Ecuador in Quito Kolumbien erstmals nach 39 Jahren. Der Triumph kam dank der Tore von Agustin Delgado (3.) und Franklin Salas (66.) bei einem Gegentreffer von Oviedo (56.) mit 2:1 (1:0) zu Stande.

Am Vortag hatte außerdem Bolivien Paraguay zu Hause mit 2:1 bezwungen, während Chile in Venezuela 1:0 gewonnen und Peru den Doppelweltmeister Uruguay mit einem 3:1 die zweite Heimschlappe in Folge verursacht hatte. Neben Chile-Brasilien stehen am Sonntag die Begegnungen Argentinien-Paraguay, Kolumbien-Uruguay, Ecuador-Bolivien und Peru-Venezuela auf dem Programm.

Das südamerikanische Qualifikationsturnier dauert fast zweieinhalb Jahre. Es wird in einer Gruppe von zehn Mannschaften nach dem System «Jeder gegen Jeden» mit Hin- und Rückrunde ausgetragen. Die vier Erstplatzierten qualifizieren sich direkt für Deutschland, während der Fünfte eine Chance gegen ein Team aus Ozeanien bekommt.

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