Brasilien im Achtelfinale
Parks Ausgleichstor trifft Türkei mitten ins Herz

Winston Parks hat den Südamerikanern mit seinem Ausgleichstor zum 1:1 (0:0) gegen die Türkei vier Minuten vor dem Ende die Chancen auf das Erreichen der Endrunde gewahrt. Die Türken brauchen dagegen die Schützenhilfe von Brasilien, um doch noch das Achtelfinale zu erreichen.

HB/sid INCHEON. Im Munhak-Stadion von Incheon schlichen die Spieler mit hängenden Köpfen vom Platz, daheim am Bosporus machte sich jähes Entsetzen breit: Zehntausende Fans, denen die türkischen Fußball-Nationalspieler einen Siegesschwur geleistet hatten, verließen in Minutenschnelle den zuvor überfüllten Taksim-Platz in Istanbul. Nach dem Remis gegen Costa Rica herrschte in den Metropolen der Türkei Untergangsstimmung, die Fans weinten.

Vier Minuten vor Schluss hatte Winston Parks mit seinem Ausgleich den Traum der Türken vom ersten WM-Sieg nach 48 Jahren zerstört. "Die Ausgangslage für das Erreichen des Achtelfinales ist jetzt sehr schlecht. Nun sind wir auf die Hilfe der Brasilianer angewiesen", kommentierte der Leverkusener Yildiray Bastürk das Remis nach dem 1:2 zum Auftakt gegen den viermaligen Weltmeister Brasilien. Der zweite Auftritt bei einer WM-Endrunde nach 1954 droht, mit einem Debakel zu enden. "Noch sind wir nicht gestorben. Wir haben unser Ziel immer noch vor Augen", rief Trainer Senol Günes seinen deprimierten Landsleuten zu. Aber das letzte Match der C-Gruppe gegen China am Donnerstag muss nun unbedingt gewonnen werden, um das von den fanatischen Fans in der Heimat als Minimalziel geforderte Achtelfinale noch zu erreichen. "Wir setzen auf die Brasilianer. Wenn sie ehrlich spielen, werden sie gewinnen", sagte Günes mit Leichenbittermiene. Ausgerechnet die nach der unglücklichen Niederlage zum Erzfeind erklärten Südamerikaner sind jetzt der letzte Strohhalm für die türkischen Spieler.

Doch geht es nach Costa Ricas "Ticos", soll auch der Rekord-Weltmeister dran glauben. "Wir sind mental so stark, dass wir alle Spiele am Ende noch aus dem Feuer reißen können, und ein Unentschieden ist allemal drin", meinte Parks. Der Stürmer von Udinese Calcio egalisierte nicht nur die türkische Führung durch Emre Belozoglu (56.), sondern hätte sein Team fast noch zum Sieg geschossen. Aber in der Nachspielzeit traf der erst in der 78. Minute eingewechselte 20-Jährige das leere Tor nicht.

Costa Rica hat drei Punkte Vorsprung und ist jetzt in einer besseren Position. In ihrem zeitgleichen letzten Gruppenspiel gegen die bereits für die nächste Runde qualifizierten Brasilianer reicht der "Bananenrepublik" bereits ein Unentschieden, um die Sensation von 1990 zu wiederholen. Damals hatte Costa Rica bei der bisher einzigen WM-Teilnahme das Achtelfinale erreicht.

Costa Ricas Trainer Alexandre Guimaraes kam aus dem Lächeln gar nicht mehr heraus. "Wir haben einen Erfolg der Leidenschaft gefeiert. Es war eine großartige Einstellung meiner Männer. Wir haben taktisch klug und aggressiv gespielt und wollen noch den Punkt holen, um unseren Traum wahr zu machen." Für den gebürtigen Brasilianer und seine Schützlinge ist das Brasilien-Match "der Höhepunkt der Karriere".

Mannschaften und Statistik:

Costa Rica: Lonnis - Marin, Wright, Martinez, Castro - Lopez (77. Parks), Solis, Centeno (66. Medford), Wallace (77. Bryce) - Wanchope, Gomez
Türkei: Rüstü - Asik Emre, Fatih Akyel, Umit - Ergun, Belözoglu Emre, Bastürk (79. Nihat), Özat, Tugay (87. Arif Erdem) - Sükür (74. Mansiz), Sas
Schiedsrichter: Codjia (Benin)
Zuschauer: 42 000
Tore: 0:1 Belözoglu Emre (56.), 1:1 Parks (86.)
Gelbe Karten: Martinez, Castro / Asik Emre, Tugay, Belözoglu Emre
Beste Spieler: Martinez, Lopez / Belözoglu Emre, Özat

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