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Brasilien im Viertelfinale der «Copa»DPA-Datum: 2004-07-12 10:42:19

Lima (dpa) - Nach Titelverteidiger Kolumbien ist Brasilien als zweites Team in das Viertelfinale der Südamerika-Meisterschaft eingezogen. Doch trotz des am Ende klaren 4:1 (1:0)-Erfolges über Costa Rica war in Lima/Peru nur der Nationaltrainer mit der Leistung seiner B-Elf einverstanden.

Lima (dpa) - Nach Titelverteidiger Kolumbien ist Brasilien als zweites Team in das Viertelfinale der Südamerika-Meisterschaft eingezogen. Doch trotz des am Ende klaren 4:1 (1:0)-Erfolges über Costa Rica war in Lima/Peru nur der Nationaltrainer mit der Leistung seiner B-Elf einverstanden.

«Unsere Stürmer können jedes Spiel aus dem Feuer reißen, und ein Spiel dauert 90 Minuten», jubelte Carlos Alberto Parreira. Kritik gab es dagegen aus der Heimat des Weltmeisters. «In der ersten Hälfte hat gar nichts geklappt. Und danach gab es Tore, aber keinen Glanz», klagte die Zeitung «Estado» in ihrer Online-Ausgabe.

Mann des Abends war in Abwesenheit der Stars um Ronaldo und Ronaldinho Inter Mailands Stürmer Adriano. Der 21-Jährige traf vor der mageren Kulisse von 10 000 Zuschauern in Arequipa gleich drei Mal (45./54./67.). «In Brasilien gibt es so viele tolle Stürmer, dass ich nur mit vielen Treffern einen Platz im Team erkämpfen kann», betonte Adriano. Bayer Leverkusens Manndecker Juan (49.) steuerte den vierten Treffer bei, Luis Marin (81.) betrieb Ergebnis-Kosmetik.

Nach Kolumbien ist die «Selecao» zweiter Viertelfinalist der 41. «Copa America», des seit 1916 ausgespielten ältesten internationalen Turniers der Welt. In der Gruppe B führt Brasilien die Tabelle nach zwei Runden mit 6 Punkten vor Paraguay (4), Chile (1) und Costa Rica (0) an. Jeweils die ersten Zwei sowie die beiden besten Dritten der drei Vorrundengruppen kommen eine Runde weiter. Im ersten Spiel des Abends trennten sich Paraguay und Chile in Arequipa 1:1. Sebastian Gonzalez traf für die Chilenen (71.). Sieben Minuten später erzielte Ernesto Cristaldo mit einem 30-Meter-Gewaltschuss den Ausgleich.

Wie bereits beim mageren Auftaktsieg über Chile (1:0 durch ein Tor in letzter Minute) präsentierte sich Brasiliens junges Team gegen Costa Rica unkonzentriert und nervös. Auch die Europa-Legionäre um Juan, Adriano, Alex (Fenerbahce Istanbul), Mancini (AS Rom), Edu (Arsenal London) oder den zum SV Werder Bremen wechselnden Gustavo Nery setzten zunächst kaum Akzente. «Ich baue hier doch ein junges Team für die Zukunft auf. Merkt das denn keiner?», reagierte Parreira verstimmt auf kritische Journalisten-Fragen nach dem Abpfiff.

Brasilianische Medien gingen mit ihren Spielern hart ins Gericht. Die Mittelfeldakteure seien «richtige Faulpelze» gewesen, hieß es. Costa Rica habe den Gegner mit Offensivfußball «erstickt». Brasilien habe bis zum 1:0 kurz vor der Pause nicht eine gute Tormöglichkeit gehabt. Costa Ricas kolumbianischer Trainer Jorge Pinto trauerte den verpassten Chancen nach. «Die Brasilianer hatten sechs Chancen und machen vier Tore. Wir dagegen haben einfach zu viele Tormöglichkeiten nachlässig ausgelassen.» Um seinen 7. «Copa»-Titel zu holen, muss Brasilien spielerisch noch zulegen. In der «Ewigen Tabelle» sind Argentinien und Uruguay (je 14 Titel) vorerst aber nicht einzuholen.

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