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Brasilien schießt sich in WM-Qualifikation für Berlin ein

Brasilien hat sich für Berlin eingeschossen. Drei Tage vor der Neuauflage des WM-Endspiels von 2002 gegen Deutschland hat der Fußball-Weltmeister im südamerikanischen Qualifikations-Turnier für die WM 2006 Bolivien im Schongang mit 3:1 (3:0) bezwungen.

dpa SAO PAULO. Brasilien hat sich für Berlin eingeschossen. Drei Tage vor der Neuauflage des WM-Endspiels von 2002 gegen Deutschland hat der Fußball-Weltmeister im südamerikanischen Qualifikations-Turnier für die WM 2006 Bolivien im Schongang mit 3:1 (3:0) bezwungen.

Mit dem ungefährdeten Sieg in Sao Paulo eroberte Brasilien zugleich die Tabellenspitze zurück. "Das war extrem einfach", schrieb die Zeitung "O Globo". Wenige Stunden nach dem Spiel flog die "Selecao" bereits nach Deutschland ab - allerdings ohne Ronaldo. Der Star von Real Madrid kündigte seine Heirat mit Top-Model und TV-Moderatorin Daniella Cicarelli für den 2. Januar 2005 an und verschob seinen Abflug wegen der Verlobungsfeier deshalb um 24 Stunden.

"Ich schwebe auf Wolke sieben, bin hoffnungslos verliebt", verriet Ronaldo im Fernsehen an der Seite seiner "Flamme", die er immer wieder umarmte und küsste. Als er im Match gegen Bolivien schon nach 50 Sekunden den Torreigen eröffnete, feierte er seinen Treffer, indem er die am Handgelenk tätowierten Initialen seiner Braut zeigte. Vor dem Deutschland-Spiel wollte Ronaldo das Wort "Revanche" nicht hören. "Es ist einfach ein tolles Fußball-Derby", sagte der Mann, der die Deutschen mit zwei Toren im WM-Finale (2:0) praktisch allein bezwang.

Vor 56 000 Zuschauern trafen gegen Bolivien noch Ronaldinho (12., Foulelfmeter) und Adriano (43.). In der zweiten Halbzeit schalteten die Hausherren einen Gang zurück. Das nutzten die Bolivianer durch Cristaldo (48.) zur Ergebniskorrektur. "Das frühe Tor hat uns alles leichter gemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir aber die Chance verpasst, einiges fürs Torverhältnis zu tun", monierte Coach Carlos Alberto Parreira, der "ab sofort nur noch an Deutschland" denkt. "Die Deutschen wollen unbedingt gewinnen, um ihr Land für die WM 2006 zu motivieren. Das wird für uns ein harter Test", glaubt er.

Parreiras Schützlinge sind zuversichtlich. "Wenn wir wie gegen Bolivien spielen, gewinnen wir", versicherte Mittelfeldmann Renato. Superstar Ronaldinho vom FC Barcelona kennt das Rezept: "Wir müssen den Ball viel in den eigenen Reihen halten und die Deutschen laufen lassen und verwirren". Roberto Carlos jedoch warnt: "Wir sind stark, aber nicht unschlagbar. Man darf den Gegner nie unterschätzen".

Die Spiele Brasiliens gegen Bolivien und Deutschland werden von Streitereien mit Bayern München und dem AC Mailand überschattet. Die Nationalspieler beider Clubs wurden von Parreira von beiden Spielen ausgeschlossen, weil sie nicht für das "Friedensmatch" Brasiliens in Haiti freigestellt worden waren. Die deutschen Fans werden deshalb die Topstars Lucio, Ze Roberto, Kaka, Cafu und Dida nicht sehen.

Nach acht von 18 Runden ist Brasilien in der WM-Ausscheidung mit 16 Punkten Tabellenführer vor dem Erzrivalen Argentinien (15), der in Peru 3:1 gewann. Dritter bleibt Paraguay (14) durch den von Carlos Gamarra (52.) gesicherten 1:0-Heimsieg über Venezuela. Während Chile (12) durch das 0:0 in Santiago gegen Kolumbien an Boden verlor, wahrte Uruguay dank des 1:0 in Montevideo über Ecuador (beide 10) durch Carlos Bueno (58.) seine Chance. Tabellenletzter bleibt Bolivien (6). Die Südamerika-Ausscheidung wird in einer Gruppe von zehn Teams im Motto "Jeder gegen Jeden" mit Hin- und Rückspiel entschieden. Die ersten Vier qualifizieren sich direkt für die WM 2006, der Fünfte trifft in der Relegation auf ein Team aus Ozeanien.

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