Brasilien-Spiel wird erste echte Nagelprobe
Amerikanisches Erfolgsrezept für Deutschlands Fußballer

Bundestrainer Jürgen Klinsmann bringt neuen Schwung ins Nationalteam. Wie gut die Spieler seine Philosophie vom mutigen Tempofußball verinnerlichen und umsetzen können, wird sich aber erst in drei Wochen in Berlin zeigen.

WIEN. Für die letzten zehn Spielminuten hockten sich Jürgen Klinsmann und sein Assistent Joachim Löw auf die Rückenlehne der Trainerbank. Ihre Füße stellten sie auf die Sitzschalen. Löw beäugte das Tun der deutschen Spieler mit ernster Miene, Klinsmann, der neue Bundestrainer, lächelte. Zu diesem Zeitpunkt wussten beide, dass ihr Debüt ein erfolgreiches werden würde. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewann das Freundschaftsspiel in Wien gegen Österreich mit 3:1. "Ich bin hoch zufrieden", sagte Klinsmann, "die Mannschaft hat sich an unsere Vorgaben gehalten. Es hat Spaß gemacht zuzuschauen."

Klinsmann erzählte nach dem Spiel liebe, nette und unverbindliche Dinge. Er redete von einer leichten Anspannung, die er verspürt habe, aber kein Zittern und kein Zweifel. "Ich war selbstbewusst, denn ich weiß gute Leute um mich", sagte Klinsmann und meinte damit neben Löw auch Oliver Bierhoff, den neuen Manager der Nationalmannschaft.

"Wir wollen heute mit etwas beginnen, das bei der WM 2006 seinen erfolgreichen Abschluss finden soll", hatte Klinsmann in der Kabine kurz vor dem Spiel seinen Spielern gesagt. "Die Mannschaft soll wieder glauben, dass sie Großes vollbringen kann." Der American way of life hat auf die Arbeits- und Ideenwelt des in Kalifornien lebenden Klinsmann abgefärbt. Er weiß die strukturellen Vorzüge amerikanischer Profiteams zu schätzen. Er baut um sich herum ein Team von Spezialisten und delegiert Verantwortung. Und Klinsmann will sein Team weiter aufstocken. Der Auftaktsieg gegen Österreich war deshalb "ein erster Schritt, damit wir etwas Ruhe haben", wie Oliver Bierhoff sagte.

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