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Brasilien und Argentinien sieglos

Rio de Janeiro (dpa) - Brasilien und Argentinien haben am siebten Spieltag des Qualifikationsturniers zur WM 2006 in Deutschland jeweils nur Remis gespielt. Weltmeister Brasilien kam nur zu einem 1:1 (0:1) in Chile. Argentinien spielte in Buenos Aires 0:0 gegen Paraguay.

Rio de Janeiro (dpa) - Brasilien und Argentinien haben am siebten Spieltag des Qualifikationsturniers zur WM 2006 in Deutschland jeweils nur Remis gespielt. Weltmeister Brasilien kam nur zu einem 1:1 (0:1) in Chile. Argentinien spielte in Buenos Aires 0:0 gegen Paraguay.

Vor 60 000 Zuschauern im ausverkauften Stadion «Nacional» in Santiago de Chile konnte Brasilien mit dem Remis immerhin die Tabellenführung verteidigen. Der Weltmeister war in der 16. Minute mit einem Tor von Luis Fabiano in Führung gegangen, das wegen Abseits hätte annulliert werden müssen. Den verdienten Ausgleich schafften die wendigen und über weite Strecken dominierenden Hausherren erst eine Minute vor dem Abpfiff, als Reinaldo Neiva einen Foulelfmeter sicher verwandelte.

Bundesliga-Legionär Juan von Bayer Leverkusen wurde von den brasilianischen Medienkommentatoren einstimmig als bester Mann auf dem Platz gefeiert. Die Bayern-München-Spieler Lucio und Ze Roberto fehlten jeweils wegen Verletzung und Sperre. Nicht dabei war außerdem der verletzte Superstar Ronaldinho Gaucho vom FC Barcelona.

«Das Team war sehr feige eingestellt. Unser Mittelstürmer Ronaldo spielte fast die gesamte zweite Halbzeit als Vorstopper», klagte der angesehene brasilianische TV-Journalist Jose Trajano. Nationalcoach Carlos Parreira konterte: «Das war das bislang schwerste Spiel des Qualifikationsturniers. Wichtig ist, dass wir weiter Erster sind».

Brasiliens Erzrivale Argentinien vergab unterdessen die Chance, die «Selecao» von der Spitze zu verdrängen. Nach dem mageren 0:0 gegen Paraguay im River-Plate-Stadion wankt nach Medieneinschätzung der Stuhl von Coach Marcelo Bielsa immer mehr. Die Fans und die Medienkritiker haben nicht vergessen, dass die Weißblauen aus dem Rio de la Plata unter Bielsa bei der WM 2002 als Favoriten schon in der ersten Runde kläglich gescheitert waren. «Das war eine weitere Enttäuschung», schrieb die Onlineausgabe der Zeitung «Clarin». Und die 35 000 Fans im Stadion zeigten Schilder mit Aufschriften wie: «Bielsa, deine Taktik ist langweilig».

Bielsa, der «El Loco», «der Verrückte», gerufen wird, verstand die Welt nicht mehr. «Das war ungerecht. Wir waren deutlich besser und hätten klar gewinnen müssen», sagte er nicht zu Unrecht. Wie zuvor beim 1:3 in Brasilien wäre ein besseres Ergebnis für die «Gauchos» ohne weiteres möglich gewesen. Der Vier-Mann-Sturm mit Saviola, Tevez, Crespo und Kily Gonzalez kombinierte gegen Paraguay gut, vergab aber mindestens ein Dutzend hochkarätiger Chancen.

Während Brasilien und Argentinien bei allen Schwierigkeiten weiter Kurs auf Deutschland halten, ist der dritte Weltmeister des Subkontinents zum «Prügelknaben» der Region degradiert worden. Doppelweltmeister Uruguay kassierte nicht nur die dritte Niederlage in Folge im Qualifikationsturnier. Beim 0:5 bei Kolumbien in Barranquilla wurde die mit vielen Europa-Legionären gespickte Mannschaft regelrecht «auseinander genommen» und auf den vorletzten Tabellenplatz geschickt. Die Tore des Siegers, der bis Sonntag noch Schlusslicht war, schossen Víctor Pacheco (17. und 31. Minute), Tressor Moreno (19.), John Restrepo (81.) und Sergio Herrera (86.).

In der vierten Begegnung des Sonntags trennten sich Peru und Venezuela 0:0. Am Samstag hatte Ecuador Bolivien zu Hause in Quito mit 3:2 (3:0) bezwungen. Nach dem 7. Spieltag führt Brasilien die Tabelle mit 13 Punkten vor Argentinien (12), Chile und Paraguay (je 11) an. Dahinter folgen Ecuador und Venezuela (je 10), Peru (9), Kolumbien und Uruguay (je 7) und Bolivien (6).

Das südamerikanische Qualifikationsturnier dauert fast zweieinhalb Jahre. Es wird in einer Gruppe von zehn Mannschaften nach dem System «Jeder gegen Jeden» mit Hin- und Rückrunde ausgetragen. Die vier Erstplatzierten qualifizieren sich direkt für Deutschland, während der Fünfte eine Chance gegen ein Team aus Ozeanien bekommt. Der nächste Spieltag des Turniers wird im September ausgetragen.

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