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Brau und Brunnen vor Verkauf des "Zoo-Fensters"

Der Getränkekonzern Brau und Brunnen hat einen Käufer für sein Berliner Grundstück "Zoo-Fenster" gefunden. "In den nächsten vier bis sechs Wochen dürfte es verkauft sein", sagte Vorstandschef Michael Hollmann am Dienstag auf der Hauptversammlung in Berlin, ohne den Käufer und den Kaufpreis zu nennen. Die Immobilie in bester Berliner City-Lage hat den Konzern den Angaben zufolge bisher mit bis zu 90 Millionen Mark Kosten belastet.

Reuters BERLIN. Die Strategie des verschuldeten Konzerns sieht den Verkauf aller nicht betriebsnotwendigen Immobilien vor. Die Erlöse sollen Hollmann zufolge zur Tilgung der Verbindlichkeiten verwendet werden. 63 Immobilien stehen noch auf der Habenliste der Firma. Spätestens Mitte 2002 soll der letzte Grundbesitz veräußert sein. Danach will sich der Konzern wieder ganz auf die Getränkesparte konzentrieren und auch wieder schwarze Zahlen schreiben. Im laufenden Jahr sei noch mit einem negativen Ergebnis zu rechnen, sagte Hollmann. Er gehe davon aus, frühestens ab dem Jahr 2002 oder 2003 wieder positive Jahresergebnisse erzielen zu können. Der Dortmunder Konzern wird sich nach eigenen Angaben auf die wichtigsten der über 100 Getränkemarken konzentrieren.

National stehen Jever-Bier, das Mineralwasser Apollinaris sowie der Softdrink Schweppes im Zentrum des Marketings. Dazu will sich das Unternehmen verstärkt um regional starke Marken wie Berliner Pilsner oder Sion Kölsch bemühen. Mit Investitionen in die leichte Mehrwegflasche PET will Hollmann den Absatz bei alkoholfreien Getränken verbessern. Im Herbst werde eine PET-Anlage in Thüringen in Betrieb genommen. Erste Anzeichen für eine Erholung des Unternehmens sieht der Vorstand im bisherigen Geschäftsverlauf. Bis Ende Mai sei der Bierabsatz zwar um 1,6 Prozent unter dem Vorjahreswert geblieben, doch damit weniger deutlich zurückgegangen als im Gesamtmarkt mit minus 1,9 Prozent. Hollmann kündigte an, die Brau und Brunnen werde stärker mit dem Weizenbier-Produzenten Erdinger zusammen arbeiten wird. "Wir werden ab sofort die Erdinger-Produkte in unsere Vertriebs- und Verkaufsorganisation aufnehmen", sagte der Vorstand. Das hauseigene Weizenbier Valentins werde vom Markt genommen.

Im ersten Quartal 2001 geriet der Konzern mit einem Verlust von knapp 39 Millionen Mark gegenüber 24,6 Millionen Mark im Vorjahr tiefer in die roten Zahlen. Der Umsatz verminderte sich um über fünf Prozent auf 300 Millionen Mark. Im vergangenen Jahr lag das Ergebnis im Konzern durch hohe Wertberichtigungen und einen schwachen Getränkeabsatz bei einem Minus von fast 106 Millionen Mark. "Wir gehen davon aus, dass alle heute bekannten Risiken nunmehr berücksichtigt sind", sagte Hollmann. Für die weitere Entwicklung des Unternehmens seien Firmenzukäufe nicht ausgeschlossen, hieß es weiter. An die frühere Expansionspolitik knüpfe der Konzern aber nicht wieder an.

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