Brauereien machen kaum Gewinne
Ein Oktoberfest macht noch kein fettes Jahr

Ab Samstag geht es wieder rund. Punkt 12 Uhr wird Münchens Oberbürgermeister Christian Ude im Schottenhamel-Zelt das erste Fass Oktoberfest-Bier anstechen. Zwei Wochen lang wird dann auf der "Wiesn", wie das größte Volksfest der Welt bei den Münchenern heißt, gezecht bis zum Umfallen.

MÜNCHEN. Das Oktoberfest ist für die gesamte Region München ein Milliardengeschäft. 2003 tranken insgesamt 6,3 Millionen Besucher zusammen 6,1 Millionen Liter Bier. Das Geschäft brummt, berichtet nicht nur Nobelgastronom Michael Käfer. Von Konsumzurückhaltung bisher keine Spur. "Auf der Wiesn gelten andere Gesetzmäßigkeiten", sagt Hofbräu-Chef Michael Möller.

An der mageren Bilanz der bayerischen Brauer wird allerdings auch der größte Durst auf der Festwiese kaum etwas ändern. Bis Ende Juli haben die Brauereien im Bierland Bayern 3,7 Prozent weniger Bier verkauft als vergangenes Jahr. Diese Einbußen seien auch in den zwei Wochen Oktoberfest nicht einzuholen, bedauert Walter König vom Bayerischen Brauerbund. Die Bayern müssen damit in diesem Jahr wesentlich größere Einbußen hinnehmen als ihre Kollegen im Rest von Deutschland. Im gesamten Bundesgebiet ging der Absatz bis Ende Juli lediglich um 0,7 Prozent zurück.

Das liegt nicht nur am durchwachsenen Sommer, der über Wochen hinweg für eine Flaute in den Biergärten sorgte, sondern auch am guten Vorjahresergebnis. 2003 bekamen die Süddeutschen einen kräftigen Schub durch die Einführung des Dosenpfands. Die Biertrinker griffen verstärkt zu Pfandflaschen. Das nutzte den bayerischen Brauereien, die kaum Dosen im Angebot haben.

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