Braun nach drei Starts Siebenkampf-Vierte
„Ewige Zweite“ Kuzenkowa gewinnt Hammerwerfen

Olga Kuzenkowa hat der russischen Mannschaft bereits die fünfte Goldmedaille bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in München beschert.

dpa MÜNCHEN. Die "ewige Zweite" bestieg am Freitag nach ihrem Sieg mit 72,94 m in einem hochklassigen Hammerwurf-Wettbewerb erstmals den obersten Podestplatz bei einem internationalen Titelkampf. Hinter der Zweiten der Olympischen Spiele 2000 sowie der Weltmeisterschaften 1999 und 2001 landete die Polin Kalima Skolimowska mit 72,46 m auf dem Silberrang. Dritte wurde die Französin Manuela Montebrun mit 72,04.

Leer gingen die deutschen Frauen vor rund 45 000 Zuschauern im Olympiastadion aus: Susanne Keil (Frankfurt/Main) platzierte sich mit 65,10 m als 10. einen Rang vor Andrea Bunjes (Holtland), die auf 64,92 m kam. "Ich bin ziemlich traurig", bekannte die deutsche Meisterin Susanne Keil, "ich wollte Bestleistung abliefern, bin auch gut in Form, und habe es trotz der Kulisse nicht hingekriegt." Im Siebenkampf hat die zweifache Weltmeisterin Sabine Braun nach drei Disziplinen ihren vierten Rang gehalten. Die Wattenscheiderin erzielte im Kugelstoßen 14,56 m und sammelte insgesamt 2848 Punkte. Die Führung übernahm Natalja Sasanowitsch aus Weißrussland mit 2927 Zählern vor der Litauerin Austra Skujyte (2921). Auf den dritten Platz fiel die bisherige Spitzenreiterin Carolina Kluft aus Schweden (2906) zurück. Die Neubrandenburgerin Sonja Kesselschläger (2838) blieb auf Tuchfühlung zum Führungsquartett, ihre Vereinskameradin Kathleen Gutjahr (2711) musste abreißen lassen.

Hellwach präsentierte sich am Vormittag Nils Schumann. Als Vorlauf-Schnellster ist der Titelverteidiger in 1:46,90 Minuten in das 800-m-Halbfinale eingezogen. "Es ist eine Pflicht gewesen, die habe ich erfüllt. Ich bin eigentlich jemand, der früh aufsteht. Ich habe eher Schwierigkeiten, wenn die Rennen abends sind", erklärte der 24 Jahre alte Olympiasieger.

In überzeugender Manier meisterte Schumann seinen Frühstart. Seiner Ungewissheit auf Grund des Spät-Starts in die Saison wegen gesundheitlicher Probleme konnte er aber nicht davonlaufen. "Ich kann mich nicht richtig einschätzen. Auch die Konkurrenz nicht", verriet der Thüringer, der bei seiner Vorstellung von den Zuschauern wie ein Popstar gefeiert wurde. "Wichtig ist, dass mein Trainer die Konkurrenz beobachtet hat." Sein Coach Dieter Hermann sah in erster Linie einen fulminanten Rene Herms. Der deutsche Meister aus Pirna überspurtete auf der Zielgeraden Weltmeister Andre Bucher (Schweiz) und Weltrekordler Wilson Kipketer (Dänemark) und qualifizierte sich in 1:47,07 Minuten für das Semifinale. "Kipketer und Bucher zu schlagen, tut dem Selbstvertrauen natürlich keinen Abbruch", freute sich der Junioren- Europameister.

Schumann freute sich über den couragierten Auftritt des 20-jährigen EM-Debütanten. "Es wäre schön, wenn er auch ins Finale kommt." Wie schon im Verlauf der Saison verspricht er sich davon weitere Impulse. "Das stachelt mich an. Er hat mich aufgeweckt", bekennt Schumann. Medaillenchancen oder gar die Titelverteidigung wies der Thüringer noch von sich: "Ich muss mich erstmal ins Finale vorkämpfen." Allerdings vermittelt ihm die Startzeit für den Endlauf am Sonntag um 16.20 Uhr ein gerüttelt Maß an Zuversicht. "16.30 Uhr ist meine Trainingszeit am Nachmittag. Das passt optimal." Auch zwei der drei deutschen 110-m-Hürdensprinter hatten gut lachen. Florian Schwarthoff (Berlin) in 13,53 Sekunden und Mike Fenner (Wattenscheid/13,57) liefen ins Halbfinale. Jan Schindzielorz (Fürth/München) schied in 13,93 Sekunden aus. Während sich Michael Möllenbeck (Wattenscheid) mit 63,92 m problemlos für den Diskus-Endkampf am Sonntag qualifizierte, kam für Torsten Schmidt (Rostock) mit 59,78 m das Aus.

Auch bei den deutschen Weitspringern war die Freude einseitig: Andreas Pohle (Erfurt) springt nach 7,73 m in der Ausscheidung am Sonntag um die Medaillen, Schahriar Bigdeli (Leverkusen/7,72) darf nur zusehen. Dieses Schicksal teilt er mit der Chemnitzerin Kathleen Friedrich, die in 4:08,98 Minuten das 1500-m-Finale um 3,2 Sekunden verfehlte.

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