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Brechmittelwirkstoff weckt Hoffnung auf neue Potenzpille

Reuters WIEN. Ein chemischer Wirkstoff, der bislang auch als Brechmittel eingesetzt wurde, soll künftig Männern mit Potenzproblemen helfen. Das Präparat wirke innerhalb von etwa 20 Minuten direkt im Erektionszentrum im Gehirn der Patienten, sagte der österreichische Arzt Andreas Jungwirth am Dienstag. In Tests habe sich das neue Medikament als verträglich erwiesen. Er gehe davon aus, dass es unter dem Namen Ixense in den nächsten Monaten in Österreich und der Europäischen Union (EU) zugelassen werde. Es sei in einer Zusammenarbeit des US-Pharmakonzerns Abbott mit der japanischen Chemiefirma Takeda entwickelt worden.

Jungwirth leitete eine Untersuchung in Österreich, in der das neue Potenzmittel an rund 60 Männern getestet wurde. Versuche seien aber auch in anderen europäischen Ländern gemacht worden. Die ursprüngliche Wirkung als Brechmittel habe dabei zum Großteil ausgeschaltet werden können. Nur fünf bis zehn Prozent der Versuchspersonen hätten über Übelkeit geklagt, sagte der an der Landeskrankenanstalt Salzburg tätige Mediziner. Rund die Hälfte sei sehr zufrieden mit der Wirkung gewesen. "Sexuelle Stimulation sei jedoch auch bei Anwendung des Wirkstoffs weiter notwendig, fügte er hinzu.

Die Zahl der Männer, die an Erektionsstörungen leiden, wird in Europa von Experten auf rund 30 Millionen geschätzt. Die Dunkelziffer dürfte noch weit höher liegen. In Österreich sind nach Schätzungen von Urologen bis zu 800 000 Männer betroffen. Jungwirth sagte, er hoffe, dass mit dem neuen Produkt die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten erweitert werden könnten. Bislang kämen bei Erektionsproblemen nur gefäßaktive Substanzen, Penis-Implantate und Vakuum-Pumpen zum Einsatz.

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