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Brehme, Stevens & Co.: Prominente Namen im Unterhaus

München (dpa) - Kampf statt Spielfreude, die Zuschauerränge oft mäßig gefüllt, die halbe Liga im Abstiegskampf - so hat sich die 2. Bundesliga in der vergangenen Saison häufig präsentiert.

München (dpa) - Kampf statt Spielfreude, die Zuschauerränge oft mäßig gefüllt, die halbe Liga im Abstiegskampf - so hat sich die 2. Bundesliga in der vergangenen Saison häufig präsentiert.

Fußball zum Begeistern sieht anders aus, doch mit einigen prominenten Namen kommt in dieser Saison Glanz ins Unterhaus. Andreas Brehme, Weltmeister von 1990, hat als Trainer bei der Spvgg Unterhaching angeheuert, Jung-Nationalspieler Lukas Podolski geht mit dem 1. FC Köln in die 2. Liga, der international renommierte Coach Huub Stevens soll den FC zurück in die Bundesliga führen. Und ihm zur Seite steht in Wolfgang Overath als neuer FC-Präsident ein WM-Held aus dem Jahr 1974.

Ob Oliver Kahn oder Michael Ballack - viele haben dem 19 Jahre alten Podolski geraten, Köln zu verlassen und bei einem Erstligisten zu spielen, wo er bestenfalls auch internationale Erfahrung sammeln könne. Und da der Nationalstürmer in Portugal sogar EM-Luft schnupperte, hätten seine Chancen, einen anderen Verein zu finden, nicht schlecht gestanden.

Doch Podolski entschied sich für seine Heimatstadt und den dortigen FC: «Mein Herz schlägt nur für den 1. FC Köln», machte er dem Verein eine Liebeserklärung. «Ich will in Köln bleiben und aufsteigen. Dann spiele ich ja nächstes Jahr wieder in der 1. Liga», erklärte der Jung-Profi. Für die DFB-Elf könne er sich auch in der 2. Liga empfehlen. «Ich glaube nicht, dass ich jetzt vom Fenster weg bin.» Der Fall Podolski dürfte eine Probe aufs Exempel werden, denn bis jetzt haben fast alle Nationalspieler ihre abgestiegenen Vereine verlassen, um sich ihren Platz im Nationalteam zu sichern.

Stevens und Overath verfolgen die gleiche Zielsetzung wie Talent Podolski. Sie wollen mit Köln zurück ins Oberhaus. Den Coach, der 1997 den FC Schalke 04 zum Uefa-Cup führte, in Köln zu installieren, war eine der ersten Amtshandlungen Overaths. «Der 1. FC Köln ist für mich eine Herzensangelegenheit», betonte der Präsident ähnlich emotional wie Podolski. Stevens hatte bereits wenige Tage nach seinem Amtsantritt alle Bescheidenheit abgelegt und weit über die kommende Saison hinausgedacht. «Ich denke, dass der Club in einigen Jahren wieder in der Spitze der Bundesliga zu etablieren ist», sagte der Niederländer.

Die Ziele, die sich Andreas Brehme in Unterhaching steckt, sind kleiner. Der Verein aus dem Münchner Vorort soll sich nach der Achterbahnfahrt der vergangenen Saison - anfangs düpierte man die Konkurrenten, zum Saisonende musste lange um den Klassenverbleib gebangt werden - in der 2. Liga etablieren. Und Brehme will «attraktiven Fußball» bieten. Der Schütze des entscheidenden Tores im WM-Finale 1990 führte sich in Unterhaching als strenger Coach ein: «Ich lege sehr viel Wert auf Disziplin», verkündete er. Für jede Minute Zuspätkommen werden 10 Euro in die Mannschaftskasse fällig.

Glaubt man den Hachinger Verantwortlichen, so musste der ehemalige Weltklasse-Spieler im Vergleich zu seinem ersten Trainerposten in Kaiserslautern finanzielle Einbußen hinnehmen. «Er ist dem Verein finanziell so entgegen gekommen, dass man ihn schon als Sponsor bezeichnen kann», sagte Vizepräsident Peter Grosser.

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