Brehme unter Druck
Finanzschwache Lauterer zum Erfolg verdammt

Der 1. FC Kaiserslautern steht vor seiner finanziell schwierigsten Saison und Teamchef Andreas Brehme gewaltig unter Druck.

HB KAISERSLAUTERN. Die durch die TV-Krise und die letztjährige Europapokal- Abstinenz entstandenen Einbußen von etwa 8 Millionen Euro zwingen die Pfälzer zu einem drastischen Sparkurs. "Wir können uns fast nichts leisten und haben keinen Spielraum mehr für Neuverpflichtungen", erklärte Aufsichtsratschef Robert Wieschemann, der verbale Giftpfeile in Richtung Deutsche Fußball-Liga (DFL) abschoss. "Wenn ich sehe, was die DFL mit den Finanzen aller Vereine angefangen hat, sträuben sich mir alle Haare. Es ist ein Unding, was bei den neuen Fernsehverträgen herausgekommen ist. Darunter leidet die gesamte Bundesliga", echauffierte sich Wieschemann.

Auf Grund der angespannten Lage ist Brehme mit der Mannschaft im UI-Cup zum Erfolg verdammt. "Wenn wir nicht mindestens die dritte Runde des UEFA-Cups erreichen, kommen wir in deutlich größere Schwierigkeiten", redete Wieschemann Klartext. Mit diesem Wissen und einem mageren 2:1-Hinspielsieg im Gepäck reisen die Pfälzer am Samstag zum Drittrunden-Rückspiel im "Strohhalm-Cup" zum tschechischen Vertreter FK Teplice.

"Wir leben in angespannten wirtschaftlichen Verhältnissen und werden uns diesen anpassen", kündigte Vorstandschef Jürgen Friedrich an. Einsparungen will der FCK-Boss vor allem bei den Reisekosten und den Prämienzahlungen erzielen. "Das Konzept liegt vor, die Verhandlungen mit der Mannschaft haben aber noch nicht stattgefunden", sagte Friedrich. Er habe allerdings in Einzelgesprächen Verständnis von Seiten der Spieler gespürt.

Friedrich, der in seine letzte Saison als Vorstandsvorsitzender geht, ließ keinen Zweifel daran, "dass diese Möglichkeit der Einsparung wahrgenommen wird". Für die Spieler, die stark leistungsbezogene Verträge mit vergleichsweise niedrigen Grundgehältern haben, würde dies gleichbedeutend mit Verdiensteinbußen sein. "Wir müssen den Gürtel enger schnallen und können froh sein, wenn wir einigermaßen über die Runden kommen", zeichnete Wieschemann ein düsteres Bild für den Fall, dass der internationale Wettbewerb im zweiten Jahr nacheinander verfehlt wird.

Dann könnte es auch ganz schnell sehr eng für Brehme werden, der nach der am Montag erfolgten Trennung von Cheftrainer Reinhard Stumpf zunächst die volle Rückendeckung der Vereinsspitze erhielt. "Ich vertraue auf ihn, dass er den Job gut machen kann", meinte Wieschemann. FCK-Boss Friedrich steht ohnehin loyal zum Weltmeister von 1990, dessen geplante Entlassung zum Ende der vergangenen Saison vornehmlich am Veto des Vorstandschefs gescheitert war.

Brehme will nun so schnell wie möglich dafür sorgen, dass die Spieler wieder Spaß an ihrem Beruf bekommen. "Wenn man nicht mehr lacht im Training, kann man keinen guten Fußball spielen. Ich werde viele Gespräche mit den Spielern führen. Wenn die Harmonie zurückkehrt, werden wir auch Erfolg haben", glaubt Brehme.

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