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Breite Front gegen islamischen Feiertag

Nach einer Welle der Kritik hat der Grünen-Fraktionsvize Hans-Christian Ströbele seinen Vorschlag aufgegeben, einen christlichen durch einen islamischen Feiertag zu ersetzen. „Ich will den Christen nichts wegnehmen“, sagte Ströbele der „tageszeitung“.

dpa BERLIN. Nach einer Welle der Kritik hat der Grünen-Fraktionsvize Hans-Christian Ströbele seinen Vorschlag aufgegeben, einen christlichen durch einen islamischen Feiertag zu ersetzen. "Ich will den Christen nichts wegnehmen", sagte Ströbele der "tageszeitung".

Zuvor hatten unter anderem die Vorsitzende des Sachverständigenrates für Zuwanderung und Integration, Rita Süssmuth, und der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber den Vorstoß Ströbeles als "keine gute Idee" und "völlig falsches Signal" abgelehnt. Ströbele sagte, er könne sich weiter vorstellen, dass ein muslimischer Feiertag in Bundesländern mit wenigen Feiertagen und einem hohen Muslimen-Anteil gefeiert wird, sagte Ströbele. "Zum Beispiel in Berlin." Auch ein "Feiertag der Weltreligionen" sei denkbar. Die Vorschläge sollen dazu dienen, dem Islam mehr Respekt entgegenzubringen und so die Integration zu fördern.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) stellte klar, dass er sich Ströbeles Vorschlag nicht angeschlossen habe, sondern sich lediglich "offen für einen islamischen Feiertag in Deutschland" gezeigt habe. Darauf müssten sich aber erst die Muslime verständigen. Zustimmung für Ströbele hatte es von islamischen Organisationen gegeben.

Nach Auffassung von CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer drohen in Deutschland Entwicklungen wie in den Niederlanden, wo Hass und Gewalt zwischen Muslimen und Einheimischen ausgebrochen sind. "Wir sitzen auf einem Pulverfass", sagte Meyer der "Passauer Neuen Presse".

57 Prozent der Bundesbürger befürchten einer Umfrage zufolge religiös motivierte Gewalt auch in Deutschland. Nur ein Drittel der Bundesbürger (37 Prozent) hält diese Gefahr für niedrig, berichtete die "Wirtschaftswoche", in deren Auftrag Emnid 1 000 Menschen befragt hatte.

Süssmuth sprach sich für einen deutschsprachigen Islamunterricht aus, aber gegen eine Vorschrift für Imame, in Deutsch zu predigen. Der Vize-Vorsitzender des Zuwanderungsrat Klaus J. Bade kritisierte im Gespräch mit der dpa, nach dem Gewaltausbruch in den Niederlanden werde in Deutschland zu viel Angst geschürt.

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