Breite wirtschaftliche Erholung wird moderat ausfallen
Greenspan sieht erste Zeichen für Investitionsbelebung

US-Notenbank-Chef Alan Greenspan sieht erste Zeichen einer Belebung der Unternehmensinvestitionen. Bei den von der Konjunkturschwäche zuletzt stark in Mitleidenschaft gezogenen Firmengewinnen stehe möglicherweise eine Trendumkehr bevor, sagte Greenspan in der Nacht zum Dienstag in New York.

Reuters NEW YORK. Eine schnelle Erholung der Unternehmensinvestitionen sei jedoch unwahrscheinlich, fügte er hinzu und bekräftigte, die sich abzeichnende breite wirtschaftliche Erholung werde moderat ausfallen.

Volkswirte gehen von einem verhalteneren Anstieg der Verbrauchernachfrage als nach früheren Rezessionen aus, denen üblicherweise eine Auflösung des Nachfragestaus folgte. Daher gelten Unternehmensinvestitionen in neue Gebäude und Ausrüstung als entscheidende Faktoren für eine solide Erholung der US-Wirtschaft. "Es bleibt deshalb den Investitionen in Anlagegüter überlassen, die Verbrauchernachfrage in dieser Wirtschaft voranzutreiben. Ich denke, wir sind uns dessen bewusst, dass der drastische Rückgang der Investitionen in Anlagegüter in den vergangenen Quartalen vor allem auf die deutliche Schrumpfung der Unternehmensgewinne zurückzuführen war", sagte Greenspan bei einer Konferenz des Institute of International Finance, an der er per Satellitenschaltung teilnahm.

Greenspan warnte zugleich vor übertriebenen Erwartungen. "Ich glaube nicht, dass die Erholung (der Investitionen) schnell passieren wird und allgemein die Erholung der ganzen Wirtschaft schnell passieren wird", sagte er.

Greenspans Äußerungen - mitten in der Berichtssaison der US-Unternehmen zum ersten Quartal - fielen optimistischer aus als seine Stellungnahme in der vergangenen Woche. Vor einem Ausschuss des US-Kongresses hatte Greenspan einen verhaltenen Konjunkturausblick geben. Damals hatte er gesagt: "Gemessen daran, dass es den Betrieben gelingt, Gewinne und Cash-Flow zu steigern, sollten sich die Investitionen deutlicher erholen."

Volkswirte hatten Greenspans Äußerungen in der Vorwoche als Signal dafür gewertet, dass die US-Notenbank (Fed) in naher Zukunft die Zinsen in den USA nicht erhöhen wird. Um eine Rezession der weltgrößten Volkswirtschaft zu bekämpfen, hatte die Fed im vergangenen Jahr ihren Schlüsselzins elf Mal auf zuletzt 1,75 % gesenkt - das niedrigste Niveau seit 40 Jahren. Das nächste Treffen des für die Geldpolitik verantwortlichen Offenmarktausschusses (FOMC) der Fed findet am 7. Mai statt. Analysten gehen davon aus, dass die Notenbank erst deutliche Anzeichen für eine Konjunkturerholung sehen will, bevor sie die Zinsen anhebt.

Am Montag blieb Greenspan hinsichtlich der Nachfrageentwicklung vorsichtig, prognostizierte jedoch, ein langfristiges Wachstum werde vor allem auf Grund technologischer Innovationen stärker ausfallen als in der Vergangenheit. "In der Übergangsperiode stellt sich offensichtlich die Frage, wie schnell sich die Investitionen in Anlagegüter entwickeln. Aber auf längere Sicht scheint sich der Ausblick verbessert zu haben", sagte Greenspan.

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