Breites Echo
Viel Medienkritik an Münteferings Strafanzeige

Die Strafanzeige von Franz Müntefering gegen die "Bild"-Zeitung hat für ein breites Echo in der Presse wie in den elektronischen Medien gesorgt. Wer den Vorgang am Montag in der Zeitung kommentierte, äußerte sich praktisch durchweg kritisch zum Vorstoß des SPD-Generalsekretärs, ähnlich wie bereits am Sonntag zahlreiche Chefredakteure.

dpa HAMBURG. In der "Wetzlarer Neuen Zeitung" zum Beispiel wies Chefredakteur Dirk Lübke in seinem Kommentar unter der Überschrift "Ein Pharisäer namens Franz" darauf hin, dass es in der Bonusmeilen-Affäre "um offenbar korrekte Fakten" gehe. Dies dürfe mit der "krampfhaften Suche nach Nebenschauplätzen" nicht vernebelt werden. Die "Recklinghäuser Zeitung" sieht einen "juristischen Amoklauf", ähnlich wie auch das "Flensburger Tageblatt".

In den "Nürnberger Nachrichten" sprach Chefredakteur Wolfgang Schmieg von einer "überzogenen Reaktion" Münteferings. Der "Kölner Stadt-Anzeiger" meinte, die Kritik Münteferings sei zwar nicht "völlig falsch", lenke aber vom eigentlichen Kern ab. "Offenkundig richtige Fakten aber zurückhalten zu wollen, weil sie Mächtigen weh tun, wäre eine schwere Sünde wider den Geist des kritischen Journalismus". Die "Süddeutsche Zeitung" schrieb, presserechtliche Gängeleien mit politischem Hintergrund brächten den Berufsstand in eine schwierige Lage: "Man möchte nicht für "Bild" kämpfen. Im Fall der Fälle müsste man es aber", kommentierte SZ-Autor Hans Leyendecker.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%