Bremen hat nur eine Runde aus dem DFB-Pokal im Etat einkalkuliert
Müde Meister

Schwere Wochen stehen bevor, doch Bremen klagt schon vor dem DFB-Pokalspiel gegen Leverkusen über hohe Belastungen.

BREMEN. Für Trainer Thomas Schaaf ist es das absolute Topspiel. Und für Sportdirektor Klaus Allofs gibt es "keine interessantere Begegnung". Nur das Bremer Publikum hat ein anderes Empfinden. Erst 15 000 Tickets sind im Vorverkauf abgesetzt, Werders Vorstands- und Finanzchef Jürgen Born wäre froh, "wenn 20 000 kommen". Die Zurückhaltung in Bremen hat Gründe. Im Weserstadion jagt ein Höhepunkt den anderen; schon nächsten Mittwoch tritt der Deutsche Meister in der Champions League gegen Valencia an, den Samstag darauf kommt es zum Heimspiel gegen den FC Bayern. "Dafür geben die Leute lieber ihr Geld aus", sagt Born.

"Es verdichten sich die schweren Spiele", sagt Born und ergänzt: "Weil wir in der vergangenen Saison diese Spiele gewonnen haben, haben wir erreicht, worauf dieser Verein 105 Jahre warten musste." Doch längst wirbt der Vorstandschef für realistische Zielsetzungen. "Wir tanzen auf drei Hochzeiten. Dabei müssen wir uns mühen, eine chice Dame abzubekommen." Der erneute Gewinn von Meisterschaft und DFB-Pokal sei so gut wie ausgeschlossen, "darauf wettet hier wirklich niemand".

Zu wenig ist vom Jubel-DoubleHurrastil geblieben, zu viele Leistungsträger, zuvorderst die fünf deutschen Nationalspieler (Ernst, Baumann, Borowski, Fahrenhorst und Klose), schwanken in ihrer Form, zu stark trumpft die nationale Konkurrenz auf. Etwa Bayer Leverkusen, das am vorletzten Spieltag der Vorsaison feiertrunkene Hanseaten mit 6:2 entzauberte. "Das Spiel habe ich aus meinem Gedächtnis gestrichen", sagt Schaaf heute. Der Trainer erwartet jenes Gesicht des wankelmütigen Bayer-Ensembles, "das München und Madrid zu sehen bekamen". Und nicht das, welches Leverkusen gegen die Aufsteiger Mainz (0:2) und Nürnberg (2:2) zeigte.

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