Bremen in Lauerstellung
Die Liga hofft auf den Schwabenstreich

Die Fußball-Bundesliga hofft auf einen Schwabenstreich: Der VfB Stuttgart soll den Alleingang von Tabellenführer Bayern München stoppen. "Wir wollen mutig nach vorn spielen und ohne zu großen Respekt auftreten", fordert VfB-Trainer Felix Magath seine Elf zu einem couragierten Auftritt gegen den Rekordmeister auf.

HB/dpa DÜSSELDORF. Vor 53 700 Zuschauern im ausverkauften Daimler-Stadion will der VfB notfalls "mit wehenden Fahnen untergehen". Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld warnt: "In Stuttgart wächst Großes heran."

Hitzfeld muss auf die verletzt fehlenden Mehmet Scholl, Samuel Kuffour und Claudio Pizarro verzichten, Magath bangt um den Einsatz von Kapitän Zvonimir Soldo (Oberschenkelzerrung), will aber seinen Profis unter allen Umständen den Gang "bis an die Leistungsgrenze" abfordern. Der Konkurrenz käme ein VfB-Dreier gegen die Bayern mehr als recht. Dann wird es noch einmal "richtig spannend", sehnt der Bremer Frank Verlaat einen Erfolg seiner früheren Kollegen herbei. Werder könnte den Abstand auf die Bayern auf drei Punkte verkürzen, einen Sieg beim entthronten Cup-Gewinner FC Schalke 04 vorausgesetzt.

Die Bilanzen sprechen allerdings für einen unveränderten Status an der Spitze: Stuttgart gewann von 35 Heimspielen gegen die Bayern nur neun, Schalke von den letzten sechs Heim-Partien gegen Werder lediglich eine. Die "Knappen" sind nach dem Pokal-Aus von München höchst motiviert, speziell die Ex-Bremer Frank Neubarth und Frank Rost. "Die Pokalniederlage muss aus den Köpfen", verlangt Neubarth vor dem Trainer-Duell gegen seinen ehemaligen Mitspieler Thomas Schaaf neue Konzentration. Torhüter Rost will gar nicht darüber nachdenken, "was wir in einer Woche alles verlieren könnten".

Mit zwei Siegen hat sich der 1. FC Kaiserslautern aus der gröbsten sportlichen Krise geschossen und tritt beim Meister mit neuem Selbstbewusstsein an. "Sie haben nichts zu verlieren. Die Querelen im Umfeld des Clubs scheinen die Mannschaft eng zusammen geschweißt zu haben", mahnt Borussia Dortmunds Trainer Matthias Sammer vor dem Aufeinandertreffen des Tabellen-Dritten gegen den-Vorletzten. Bei den Pfälzern setzt Mario Basler auf eine Fortsetzung der Mini-Serie: "Für mich zählen nur Punkte. Dann erledigt sich alles andere von selbst."

Für Huub Stevens hat sich die Partie gegen den VfL Wolfsburg ebenfalls schon erledigt: Der Hertha-Coach muss sich das Spiel seiner Berliner gegen die Niedersachsen wegen der vom DFB ausgesprochenen Innenraum-Sperre von der Tribüne aus ansehen. Die Tabellen-Nachbarn hinken ihrer Marschroute hinterher. Das gilt im Höchstmaß auch für Vizemeister Bayer Leverkusen: Vor einem Jahr waren die Rheinländer nach 15 Spieltagen Spitzenreiter, vor der Begegnung im Münchner Olympiastadion mit dem TSV 1860 ist die Mannschaft von Klaus Toppmöller lediglich auf Platz 13 zu finden. "Wir wollen in München etwas machen", bläut der Bayer-Trainer den Seinen ein.

Nach der Pokal-Blamage in Unterhaching sinnt Hansa Rostock bei Arminia Bielefeld auf einen Teilerfolg. "Wir müssen punkten, um einigermaßen beruhigt in die Winterpause gehen zu können", sagte Hansa-Coach Armin Veh. Alarmiert sind auch der 1. FC Nürnberg (14.) und Schlusslicht Energie Cottbus, das in Franken fast schon um die Erstliga-Existenz kämpft. "Wir müssen gewinnen" - für Energie-Trainer Eduard Geyer zählen nur noch Siege.

Nach dem 0:1 im Pokal-Achtelfinale treffen der Hamburger SV und der VfL Bochum zum zweiten Mal innerhalb von fünf Tagen aufeinander. Beim HSV fällt am Sonntag Torjäger Romeo (Bandscheibenvorfall) aus. In der Bundesliga hat Bochum beim HSV ebenso nur einmal gewonnen wie Hannover 96 (16.) bei Borussia Mönchengladbach (15.). Hannovers Torhüter Jörg Sievers ist vor der zweiten Sonntags-Partie zuversichtlich: "Wir steigen nicht ab." Gewinnen die Borussen ihr viertes Saison-Heimspiel, ist eines sicher: Dann überwintert die Mannschaft auf einem Nicht-Abstiegsplatz.

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