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Bremen verpasst Sieg gegen Hertha in letzter Sekunde

Ein lehrbuchreifer Kopfball von Alexander Madlung in der Nachspielzeit hat Hertha BSC einen glücklichen Punkt beschert - und Werder-Trainer Thomas Schaaf auf die Palme gebracht.

dpa BERLIN. Ein lehrbuchreifer Kopfball von Alexander Madlung in der Nachspielzeit hat Hertha BSC einen glücklichen Punkt beschert - und Werder-Trainer Thomas Schaaf auf die Palme gebracht.

Noch in der 92. Minute hatte der Meister wie der glückliche Sieger ausgesehen, doch weitere Bonussekunden retteten den Berlinern zumindest einen Zähler. "Was mich wahnsinnig ärgert, ist, dass man der Willkür des Schiedsrichters ausgesetzt ist, dass er das Spiel so lange laufen lässt, wie er möchte", schimpfte Schaaf. Schiedsrichter Hermann Albrecht aus Kaufbeuren hatte eine Nachspiel-Minute signalisiert, ließ dann aber die Partie fast drei Minuten länger laufen. Es hätte noch in der Zusatzzeit "entsprechende Spielverzögerungen" gegeben, rechtfertigte der Referee seine Entscheidung.

Neben dem Schiedsrichter hatte das Defensivverhalten der eigenen Profis Schaaf den Nachmittag verdorben. Am 12. Spieltag der Fußball- Bundesliga waren die Gäste durch den eingewechselten Angelos Charisteas (80. Minute) zwar in Führung gegangen, nutzten aber ihre Chancen zur endgültigen Entscheidung nicht. Nach einem Eckball von Marcelinho stieg der ehemalige U-21-Spieler Madlung unbedrängt am höchsten und ließ die Berliner Fans unter den 47 411 Zuschauern im Olympiastadion doch noch jubeln. Damit verpasste Werder vier Tage nach der Champions-League-Gala gegen Anderlecht den direkten Anschluss zum patzenden Tabellenführer VfL Wolfsburg, während Hertha auf Rang elf zurückrutschte. "Meine Spieler waren mit den Gedanken wohl schon in der Kabine", meinte der Werder-Coach.

Im Spiel der besten Liga-Abwehr (Berlin) gegen den erfolgreichsten Angriff (Bremen) neutralisierten sich beide Teams lange Zeit so extrem, dass in den Strafräumen bis zehn Minuten vor dem Ende praktisch gar nichts passierte. Die Gäste wirkten nach den jüngsten Doppelbelastungen müde, Hertha scheute angesichts der negativen Erfahrungen aus den vergangenen beiden Jahren mit fünf teilweise drastischen Niederlagen das letzte Risiko. So registrierten die Statistiker den ersten Werder-Schuss auf das Berliner Tor durch Johan Micoud nach 38 Minuten. Die beste Chance der Gastgeber entstand auch eher aus Zufall: Eine Freistoß-Flanke von Marcelinho aus 35 Metern flog an Freund und Feind vorbei und verfehlte das Werder-Gehäuse nur um wenige Zentimeter (29.).

Die Abwehrreihen dominierten deutlich, Hertha konnte die Ausfälle von Arne Friedrich und Dick van Burik gut kompensieren. Auf der anderen Seite rückte Christian Schulz in die Abwehrkette, bei Werder fehlten Frank Fahrenhorst, Petri Pasanen und Ludovic Magnin. Und die zweikampf- und vor allem kopfballstarken Gäste ermöglichten nur Marcelinho (60.) eine Schuss-Chance. "Wir waren auch etwas lauffaul und haben nicht das geschafft, was wir uns vorgenommen hatten", sagte Hertha-Trainer Falko Götz.

Die Bremer Führung stellte sich durch den doppelten Stürmerwechsel ein. Für die glücklosen Miroslav Klose und Ivan Klasnic kamen EM-Held Charisteas und Nelson Valdez. Nach einem Freistoß von Micoud reagierte der Grieche am schnellsten und schoss aus fünf Metern ein. Allerdings konnte Charisteas, der schweigend das Stadion verließ, als direkt zugeordneter Gegenspieler den Ausgleich von Madlung auch nicht verhindern.

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