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Bremen verschenkt zwei Punkte gegen 1. FCK

Zwei Punkte verschenkt, einen weiteren Topspieler an Schalke verloren: Werder Bremen hat einen äußerst unerfreulichen Abschluss des Fußball-Jahres erlebt.

dpa BREMEN. Zwei Punkte verschenkt, einen weiteren Topspieler an Schalke verloren: Werder Bremen hat einen äußerst unerfreulichen Abschluss des Fußball-Jahres erlebt.

Kurz nach dem enttäuschenden 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern gab es den nächsten Schreck, als der Wechsel von Nationalspieler Fabian Ernst zum Konkurrenten FC Schalke 04 bekannt wurde. Nach den Abgängen von Torjäger Ailton und Top-Verteidiger Mladen Krstajic vor viereinhalb Monaten bricht zum Saisonende ein weiterer Eckpfeiler aus der Meister- und Pokalsieger-Mannschaft heraus und verstärkt den Konkurrenten aus dem Ruhr-Revier.

"In der Bundesliga gibt es für mich nur die Alternative Schalke. Es ist gewaltig, was hier wächst", sagte Ernst der "Bild am Sonntag" zu seinem Wechsel. Für die Werder-Fans, die während des Spiels noch nichts von Ernsts neuem Verein wussten, dürfte es nach den Verlusten von Krstajic und Publikumsliebling Ailton ein weiterer Schock sein.

Zuvor hatte Werder auf dem Weg zur angestrebten Titelverteidigung einen weiteren Dämpfer erhalten. Ohne die Inspiration von Regisseur Johan Micoud reichte es nur zu einem mageren Zähler. "Das ist ein absolut wichtiger Spieler für uns", sagte Nationalspieler Miroslav Klose nach dem Remis gegen seinen Ex-Club über den schmerzlich vermissten Spielmacher: "Wir haben auch andere gute Jungs, aber der Joe ist einfach nicht zu ersetzen, denn er lenkt unser Spiel."

Vier Tage nach der Achtelfinal-Qualifikation im wichtigsten europäischen Clubwettbewerb fehlte Werder mit dem an Rückenproblemen leidenden Regisseur das gewisse Etwas - und die Kraft. "Wir haben am Dienstag ein sehr schweres Spiel gehabt, das hat man in den Knochen gespürt", gab Klose zu. Der Stürmer ärgerte sich nach dem letzten Hinrunden-Spiel trotz der Verbesserung auf Platz vier der Tabelle: "Wenn man sieht, wie die anderen gespielt haben, sind das zwei verlorene Punkte."

Tim Borowski konnte Micoud als Lenker und Denker im Zentrum des Bremer Spiels nicht ersetzen. Auch wenn der 24-jährige Nationalspieler sich mühte und nach der überraschenden Führung durch den ansonsten schwachen Carsten Jancker (48.) mit einem tollen Tor (59.) zumindest den Teilerfolg rettete, war der Unterschied nicht zu übersehen. "Wenn es Schlag auf Schlag geht und dann noch solche Leute ausfallen, ist es natürlich sehr schwierig", meinte Manager Klaus Allofs und wies darauf hin, dass neben Micoud mit Frank Baumann und Daniel Jensen zwei weitere Leistungsträger zuschauen mussten.

Trotz Dauerdrucks fehlten Werder die Ideen, gegen die tapfer verteidigenden Lauterer mehr als ein Tor zu erzielen. "Wir haben uns für den Aufwand, den wir betrieben haben, nicht belohnt", klagte Thomas Schaaf. Der Coach setzt aber nach dem "insgesamt tollen Jahr" auf die Erholungsphase in der Winterpause: "Ich hoffe, dass wir im neuen Jahr richtig nachlegen können."

Dass es nicht zu drei Punkten reichte, lag vor allem auch an FCK- Torhüter Thomas Ernst. Der Ersatzmann für den verletzten Tim Wiese zeigte eine starke Partie und sagte hinterher erleichtert: "Das war hier ein Bonuspunkt". Angesichts des Aufwärtstrends der vergangenen Wochen meinte der Keeper: "Es tut gut, Pünktchen zu sammeln, um möglichst bald auf die 40-Punkte-Marke zu kommen."

Ähnlich sah es sein Trainer. "Das gibt uns sicher noch mehr Auftrieb, um nach dem Winter gut zu starten", urteilte Kurt Jara, der nach einem verkorksten Saisonauftakt wochenlang um seinen Job bangen musste und nun zuversichtlicher ins neue Jahr blicken kann. Er durfte sich mit seiner defensiven und auf Konter ausgerichteten Taktik bestätigt fühlen. Seine Sicht auf eine spielerisch enttäuschende Vorstellung seines von Ausfällen geplagten Teams war durchaus verständlich: "Auf Grund der kämpferischen Leistung hat sich die Mannschaft einen Punkt verdient."

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