Bremer Landgericht wieder in Beweisaufnahme
Im Untreue-Prozess gegen Vulkan-Chef immer noch kein Urteil in Sicht

dpa BREMEN. Im Bremer Vulkan-Verfahren ist auch mehr als ein Jahr nach Prozessbeginn noch kein Urteil in Sicht. Stattdessen sollen in dem Untreue-Prozess gegen Ex-Vulkan-Chef Friedrich Hennemann und zwei ehemalige Konzernvorstände demnächst weitere Zeugen aussagen. Die Wirtschaftsstrafkammer des Bremer Landgerichts trat am Montag mit dieser Entscheidung wieder in die Beweisaufnahme ein. Ursprünglich sollte an diesem Tag ein Urteil gesprochen werden.

Staatsanwalt und Verteidiger hatten schon Ende September ihre Plädoyers gesprochen. Die Verteidiger wollen einen Freispruch für Hennemann und seine beiden Vorstandskollegen erreichen. Staatsanwalt Burkhard Quick hält die Angeklagten dagegen für schuldig, 854 Mill. DM veruntreut zu haben. Er forderte viereinhalb Jahre Haft für Hennemann. Quick wertete die Entscheidung für weitere Zeugenvernehmungen als Hinweis auf die Absicht des Gerichts, eine Verurteilung und keinen Freispruch auszusprechen. Die Kammer folge offenbar seiner Linie, wonach der damalige Vulkan-Vorstand eine "Vermögensbetreuungspflicht" für seine früheren Werftbetriebe in Ostdeutschland hatte. Die Manager hätten demnach zur Modernisierung der Ostwerften bestimmte Mittel der Treuhand besonders absichern müssen. Die Verteidigung hatte diesen Punkt energisch bestritten.

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