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Breuer: Deutsche Bank braucht Partner

Der Vorstandsvorsitzende verwies auf die Notwendigkeit von starken Partnern im Privatkundengeschäft. Aus diesem Grund stehe man auch weiterhin mit der Allianz in Gesprächen, so Breuer.

dpa-afx FRANKFURT. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Rolf Breuer, hat in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagsausgabe) auf die Notwendigkeit von Partnern im Privatkundengeschäft verwiesen. Auf die Frage, ob das andere Geschäfte mit Privatkunden wie der Zahlungsverkehr nicht gerade attraktiv für die Bank seien, sagte Breuer: "Das ist richtig. Der Grund liegt in der fehlenden kritischen Masse." Derselbe Kunde, dem die Bank in ein paar Monaten eine Neuemission verkaufen könne, stehe heute zunächst am Schalter und wolle ein Girokonto einrichten. "Wir brauchen in den Bereichen, in denen kritische Masse fehlt, Partner, die Kunden mit Geschäft mitbringen, das massenhaft abgewickelt werden kann", sagte Breuer. Dies war und ist seiner Meinung nach der Grund, warum die Deutsche Bank auch weiterhin mit der Allianz in Gesprächen stehe.

Zudem betonte Breuer im Privatkundengeschäft vor allem die Beraterfunktion der Deutschen Bank. Als Berater stelle die Deutsche Bank zwischen der Kapitalnehmerseite und der Anlegerseite das Bindeglied dar, sagte der Deutsche Bank-Chef.

Die Lage auf den Aktienmärkten schätzte Breuer als "insgesamt sehr robust" ein. Jedoch würden viele Übertreibungen, die in den vorherigen Monaten Blasen gezogen hätten, jetzt korrigiert. Das sei aus der Sicht des Gesamtmarktes sowohl in Europa als auch in Amerika "alles andere als ungesund", sagte er. Fehl ginge man jedoch damit, diese Korrektur als zu einer Krise der Aktienmärkte insgesamt hochzustilisieren.

Hinsichtlich des Risikomanagements schloss Breuer nicht aus, dass die Deutsche Bank einmal auf dem falschen Fuß erwischt werden könnte. Wichtig sei jedoch, dass die Bank so gut wie keine eigenen spekulativen Positionen auf Marktentwicklungen nehme. Das Frankfurter Finanzinstitut orientiere sich vielmehr an den Kundenpositionen, die bei ihr 80 % der Handelsaktivitäten bestimmen, verglichen mit 20 % an eigenen Positionen. Trotz der jüngsten Turbulenzen, etwa bei den Hochzinsanleihen, habe die Deutsche Bank keinen Verlust erlitten, sagte er zudem.

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