Breuer: Neue Bankstruktur ist keine Entmachtung des Vorstands: Deutsche Bank bleibt Deutschland treu

Breuer: Neue Bankstruktur ist keine Entmachtung des Vorstands
Deutsche Bank bleibt Deutschland treu

Eine Verlagerung wichtiger Konzernteile nach London kommt für die Deutsche Bank nicht in Frage.

Reuters/dpa FRANKFURT/MAIN. Eine Verlagerung des Vorstandes der Deutschen Bank nach London war nach den Worten von Vorstandssprecher Rolf Breuer in Vorstand und Aufsichtsrat nie ein Thema und werde auch nie eines sein. Es werde weder eine Sitzverlegung, noch eine Verlagerung von Entscheidungszentren oder eine schleichende Aushöhlung wichtiger Funktionen geben, versicherte Vorstandssprecher Rolf Breuer am Donnerstag in Frankfurt.

Die Stärke des größten deutschen Bankhauses liege in ihren Wurzeln am Standort Deutschland. Die Deutsche Bank werde im Ausland um ihre deutschen Wurzeln beneidet, sagte der Vorstandssprecher. "Wir empfinden uns als internationalen Finanzdienstleister mit deutschen Wurzeln", sagte Breuer. "In London wären wir einer von vielen", sagte Breuer. "Dass wir hier sitzen, ist unser Konkurrenzvorteil." Daher seien alle Gerüchte über mögliche Verlegungen an die Themse "Unsinn".

Neue Struktur entmachtet Konzernvorstand nicht

Die neue Führungsstruktur der Deutschen Bank bedeutet nach den Worten von Vorstandssprecher Rolf Breuer keine Abkehr vom deutschen Aktienrecht. Trotz Einführung eines neuen Gremiums (Exekutivkomitee) bleibe die volle Entscheidungskompetenz beim Vorstand, sagte Breuer am Donnerstag in Frankfurt. "Wir geben die Richtung an, aber wir operieren nicht." Im 12-köpfigen Exekutivkomitee, das für das operative Geschäft zuständig sein werde, gebe es "geborene Mitglieder" (Vorstände) und "gekorene" Mitglieder, die vom Vorstand bestellt oder entlassen würden. "Der Konzernvorstand wird nicht entmachtet, er wird gestärkt."

Die neue Struktur der Deutschen Bank mit einem Group Executive Committee unterhalb des Konzernvorstands ist nach den Worten von Vorstandssprecher Rolf Breuer nicht als Entmachtung des Führungsgremiums zu verstehen. Breuer machte am Donnerstag deutlich, dass der Konzernvorstand sich im Sinne einer virtuellen Holding auf die strategische Führung konzentrieren werde und über die Besetzung des Executive Committees entscheidet. "Der Konzernvorstand beruft und entlässt die übrigen Mitglieder des Committees, von Entmachtung des Vorstands kann keine Rede sein." Mit dieser Struktur folge das Kreditinstitut der Entwicklung anderer deutscher Unternehmen, wie RWE, Bayer oder E.ON und sorge für mehr Transparenz, sagte Breuer.

Neben den bisherigen Konzernvorständen Jürgen Fitschen und Michael Philipp werden fünf weitere so genannte Business Heads in diesem Gremium vertreten sein, dem auch die Konzernvorstände angehören. Aus dem Bereich Investmentbanking seien Anshu Jain, Michael Cohrs und Kevin Parker sowie aus dem Bereich Private Kunden und Vermögensverwaltung Herbert Walter und Ted Virtue berufen worden, teilte die Bank mit.

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