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Breuer sieht keine Krise an den Aktienmärkten

Die jüngsten Kursverluste an den weltweiten Aktienmärkten stellen nach den Worten von Deutsche Bank-Chef Rolf Breuer keine Krise, sondern eine Korrektur dar.

Reuters FRANKFURT. Viele Übertreibungen, die in den vorherigen Monaten zu überhöhten Kursen geführt hätten, würden jetzt korrigiert, sagte Breuer in einem Gespräch mit der Frankfurter "Allgemeinen Zeitung". Das sei aus Sicht des Gesamtmarktes alles andere als ungesund. "Man ginge jedoch fehl, diese Korrektur zu einer Krise der Aktienmärkte insgesamt hochzustilisieren. Die Lage insgesamt ist sehr robust", sagte Breuer.

Für zunehmende Kursschwankungen machte Breuer den Herdentrieb an den Finanzmärkten und technisch-strukturelle Gründe verantwortlich. Der Wettbewerb unter den Vermögensverwaltern führe zum Herdentrieb, denn niemand wolle sich vorwerfen lassen, bei einem Kursaufschwung nicht dabei gewesen zu sein. "Ich halte dies für eine gefährliche Entwicklung, weil es dazu führt, dass individuelles Know-How nicht mehr zur Geltung kommt."

Ein weiterer Grund für Kursschwankungen sei die so genannte passive Vermögensverwaltung von Indexfonds, die nicht dazu geeignet seien , die Börse kalkulierbarer zu machen. "Sorge bereitet mir insbesondere, dass die systemischen Risiken an den Märkten dadurch steigen", sagte Breuer.

Der Deutsche Aktienindex Dax hatte am Mittwoch mit 2,5 Prozent im Minus geschlossen bei 6 510,54 Punkten. Am Frankfurter Neuen Markt hatte der Nemax-All-Share-Index ein neues Jahrestief bei 3 009 Punkten markiert und war 7,06 Prozent niedriger bei 3058,63 Zählern aus der Sitzung gegangen.

Der Standardwerte-Index Nemax-50 lag zwischenzeitlich auf einem neuen Allzeit-Tief bei 3 105 Punkten und schloss 7,83 Prozent leichter bei 3175,72 Zählern. Den Angaben der Deutschen Börse zufolge verbuchte der Blue-Chip-Index den größten prozentualen Verlust aller Zeiten.

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