Brief aus den USA
Möglicher Milzbrand-Fall in Argentinien

Argentinien hat nach Angaben der Gesundheitsbehörden höchst wahrscheinlich einen Milzbrand-Fall. Erste Tests hätten ergeben, dass ein in den USA abgeschickter Brief mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Milzbrand-Bakterien verseucht sei, teilte das untersuchende Malbran-Institut in Buenos Aires am Donnerstag mit.

Reuters BUENOS AIRES/WASHINGTON. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre es nach Kenia der zweite Fall von Milzbrand außerhalb der USA. US-Präsident George W. Bush bekräftigte in Schanghai, zwar gebe es derzeit keine Hinweise auf eine Täterschaft des Moslem-Extremisten Osama bin Laden. Auszuschließen sei dessen Beteiligung aber nicht.

Instituts-Sprecher Andres Ruiz sagte in einem Hörfunkinterview, endgültige Klarheit über die Beschaffenheit der in dem Schreiben gefundenen Bakterien werde man im Laufe des Freitags haben. Erstmals war am Donnerstag auch außerhalb der USA ein mit Milzbrand-Erregern kontaminierter Brief gefunden worden. In Kenia teilte das Gesundheitsministerium mit, das Schreiben aus den USA sei an einen Geschäftsmann in Nairobi gerichtet gewesen.

Die US-Regierung versuchte, die Verunsicherung und Ängste in der Öffentlichkeit nach den Milzbrand-Anschlägen einzudämmen. Der neue Minister für Inlandssicherheit, Tom Ridge, sagte: "Das amerikanische Volk kann darauf vertrauen, dass ihre Regierung rund um die Uhr arbeitet, um sie zu beschützen." Justizminister John Ashcroft sagte in einem Interview mit MSNBC, es gebe Ähnlichkeiten zwischen einigen Milzbrand-Fällen. "Die Bundespolizei FBI setzte eine Belohnung von einer Million $ für Hinweise aus, die auf die Spur der Milzbrand-Täter führen.

Ridge sagte, mehr als 3000 Personen seien auf Milzbrand getestet worden. Nach Angaben der Behörden sind bislang in den USA sechs Erkrankungen festgestellt worden, wobei eine tödlich verlief. Keine neuen Anthrax-Spuren wurde im dem weitgehend geschlossenen Kapitol, dem Sitz des Parlaments gefunden. Am Mittwoch war bei 31 Kongress-Mitarbeitern ein Kontakt mit Milzbrand-Erregern festgestellt worden.

Die US-Regierung schließt einen einen terroristischen Hintergrund bei den Milzbrand-Fällen nicht aus. Eine Verbindung zu Bin Laden und dessen Organisation El Kaida ließ sich nach Angaben der Behörden bislang nicht ziehen. Die USA machen Bin Laden und El Kaida für die Anschläge am 11. September in New York und bei Washington verantwortlich, bei denen vermutlich fast 5400 Menschen getötet wurden. Seit dem 7. Oktober greifen die USA mit britischer Unterstützung Afghanistan an, um die dortige radikal-islamische Taliban-Regierung zur Auslieferung Bin Ladens zu zwingen. El Kaida hat mit Vergeltung gedroht.

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