Brief des USOC
Le Gougne bestreitet Kontakte zu Mafia-Boss

Die maßgeblich am olympischen Eiskunstlauf-Skandal von Salt Lake City beteiligte französische Punktrichterin Marie-Reine Le Gougne hat jeglichen Kontakt zu dem inhaftierten mutmaßlichen Mafia-Boss Alimsan Tochtachunow bestritten. Sie wisse nicht einmal, wer der Mann sei und habe ihn nie gesehen, erklärte sie im französischen Fernsehen.

HB PARIS/DENVER. Unterdessen hat das Nationale Olympische Komitee der USA (USOC) einen Tag nach der Verhaftung von Tochtachunow dem IOC-Präsidenten Jacques Rogge in einem Brief die volle Unterstützung bei der Aufklärung zugesichert. Die neuen Behauptungen träfen das Herz und die Seele der olympischen Ideale, heißt es in dem am Donnerstag (Ortszeit) in Denver von USOC-Interims-Präsident Marty Mankamyer unterzeichneten Schriftstück. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) solle alle notwendigen Mittel einsetzen, um die Wahrheit herauszufinden.

Nach Erkenntnissen des amerikanischen Bundeskriminalamtes FBI und der Staatsanwaltschaft in New York hatte der 53-jährige Tochtachunow bei den Winterspielen im Februar betrügerischen Einfluss auf die Eiskunstlauf-Entscheidungen im Paarlauf und Eistanz genommen. Der gebürtige Usbeke habe die französische Punktrichterin Le Gougne dazu bewogen, für das russische Eiskunstlaufpaar Elena Bereschnaja/Anton Sicharulidse zu stimmen. Gognes russischer Kollege soll dafür im Eistanz dem französischen Duo Marina Anissina/Gwendal Peizerat seine Stimme geben. Beide Paare gewannen ihre Wettbewerbe. Im Eistanz wurde im Nachhinein neben dem umstrittenen russischen Siegerpaar auch den Zweitplatzierten Kanadiern Jami Sale/David Pelletier die Goldmedaille zuerkannt.

Tochtachunow war am Mittwoch in Norditalien verhaftet und in Venedig inhaftiert worden. Er soll mit insgesamt sechs olympischen Preisrichtern in Kontakt gestanden haben, berichtete die italienische Polizei. Innerhalb von 45 Tagen muss Italien über einen Auslieferungsantrag der USA entscheiden.

"Jede Verbindung zwischen dem organisierten Verbrechen und den Olympischen Spielen muss auf die schärfste Art und Weise unterbunden werden. Es müssen alle verfügbaren Ressourcen und Mittel dagegen eingesetzt werden. Die Athleten auf der ganzen Welt erwarten das. Das reiche Erbe, das sie in den Wettkämpfen etabliert haben, muss erhalten bleiben, egal was es kostet", fordert das USOC in dem Brief.

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