Briefwahlstimmen entscheiden
Florida will Wahlergebnis am Samstag mitteilen

Die Regierung von Florida will am Samstag ein Endergebnis der Präsidentenwahl in diesem Staat verkünden, ohne die Ergebnisse der Nachzählungen zu berücksichtigen. Die Demokraten wollen juristisch gegen die Entscheidung vorgehen.

vwd/ap WASHINGTON. Die Regierung von Florida will am kommenden Samstag ein amtliches Endergebnis der Präsidentenwahl in diesem US-Staat verkünden, ohne die Ergebnisse der umstrittenen Nachzählungen zu berücksichtigen. Die Demokraten wollen dies aber nicht anerkennen und juristisch gegen die Entscheidung der republikanischen Innenministerin von Florida, Katherine Harris, vorgehen. In einem landesweit übertragenen Fernsehauftritt schlug der Kandidat der demokratischen Partei, Vizepräsident Al Gore, ein baldiges Treffen mit seinem republikanischen Kontrahenten George W. Bush sowie eine neue Auszählung aller sechs Millionen Wählerstimmen in Florida vor. Beides wurde von Bush zurückgewiesen.

Innenministerin Harris erklärte, die Behörden der Bezirke Broward, Palm Beach, Miami-Dade und Collier hätten nicht hinreichend begründen können, warum sie auch nach Ablauf der amtlichen Frist am vergangenen Dienstag weitere Auszählungsergebnisse einreichen wollten. Bush liegt nach dem bisherigen amtlichen Endergebnis in Florida mit genau 300 Stimmen vor Gore. Dieses Ergebnis kann nach dem Willen der Regierung von Florida nur noch auf Grund der Auszählung der bis Freitag zugelassenen Briefwahlstimmen geändert werden. Danach entscheidet sich, ob die Republikaner oder doch noch die Demokraten die 25 Wahlmänner von Florida stellen werden.

Deren Stimmen entscheiden darüber, ob Bush oder Gore die Nachfolge von Präsident Bill Clinton antritt. In den anderen US-Staaten haben die Republikaner 246 und die Demokraten 262 Wahlmännerstimmen errungen. Die Mehrheit liegt bei 270 Stimmen. Am Mittwochabend traten zuerst Gore, dann Bush im Fernsehen auf. Gore schlug Bush ein sofortiges Treffen vor, "um den Ton unseres Dialogs zu verbessern". In einem zweiten Treffen solle dann "unsere nationale Einheit bekräftigt" werden. Bush erklärte hingegen, erst müsse Amerika und die Welt wissen, wer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten sei.

Der texanische Gouverneur kritisierte, dass eine neue manuelle Auszählung nicht zu größerer Genauigkeit, sondern zu weiterer Willkür und Chaos führen würde. Die entscheidende Frist laufe am Freitag um Mitternacht (Samstag 06.00 Uhr MEZ) ab, wenn alle Briefwahlstimmen ausgezählt seien.

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