Briefzentren könnten lahm gelegt werden
Analysten sehen Post-Aktie unter Druck

Die Angst vor Milzbrand-Erregern per Post wird nach Einschätzung von Experten das Kerngeschäft der Deutschen Post AG belasten.

chs/lip/som HAMBURG/DÜSSELDORF. Ein Post-Sprecher sagte dem Handelsblatt, das Unternehmen erwarte keine Umsatzausfälle. Die Briefe seien schließlich bezahlt und würden befördert. Mit Sorge blickt Claudia Erdmann von der Hamburgischen Landesbank auf die Brieffunde, die am Wochenende mehrere Briefzentren der Post lahm gelegt hatten. Die Anleger werden ihrer Meinung nach durch solche Meldungen erheblich verunsichert. Der Grund: Sie könnten nicht abschätzen, welche Mehrkosten dem Unternehmen durch die Betriebsstilllegungen entstehen. Sie verkauften deshalb aus Angst vor einem Ergebniseinbruch vorsorglich ihre Post-Anteile. "Die psychologische Wirkung von solchen Meldungen ist an der Börse nicht zu unterschätzen", betont Erdmann.

Auch Christoph Vogt von M.M. Warburg Bank sieht die Post-Aktie unter Druck. Größere Kursrückgänge befürchtet der Analyst, wenn die Bundesregierung möglicherweise aus Sicherheitsgründen für die 240 000 Post-Angestellten den Postversand kurzfristig unter staatlicher Kontrolle stellt. Dies könnte zu erheblichen Umsatzeinbußen führen, weil möglicherweise Briefsendungen an private Unternehmen umgeleitet würden.

DZ-Bank-Analyst Rainer Münch sieht dagegen keine großen Einbußen auf die Post zukommen. "Ich denke nicht, dass die Umsätze dramatisch betroffen sind." Er wertet es zwar als schlechte Nachricht, dass sich Briefe mit Milzbrand-Erregern im laufenden Post-Betrieb kaum herausfiltern ließen. Allerdings habe sich in Deutschland noch kein Verdachtsfall bestätigt. Letztlich würden die Briefe beim Öffnen schärfer kontrolliert und nicht auf dem Postweg. Insgesamt ist Münch längerfristig recht positiv für die Aktie Gelb gestimmt. Kurzfristig könne der Kurs aber auch noch einmal unter 15 Euro sinken. Seine Bewertung lautet: akkumulieren.

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