Archiv
Brisantes WM-Duell: Rehhagel gegen Briegel

Der Weg zur Fußball-WM 2006 ist auch für Europameister Griechenland weit - und gleich zum Auftakt könnte ein Landsmann und ehemaliger Weggefährte aus Bundesligazeiten zum ersten Stolperstein für EM-Macher Otto Rehhagel avancieren.

dpa TIRANA. Der Weg zur Fußball-WM 2006 ist auch für Europameister Griechenland weit - und gleich zum Auftakt könnte ein Landsmann und ehemaliger Weggefährte aus Bundesligazeiten zum ersten Stolperstein für EM-Macher Otto Rehhagel avancieren.

Vor sieben Jahren lenkten der Trainer und Hans-Peter Briegel als Manager kurzzeitig gemeinsam die Geschicke des 1. FC Kaiserslautern bis zu einem öffentlich geführten, heftigen Streit um Kompetenzen. Ausgerechnet im ersten Spiel der WM-Qualifikation in der Gruppe zwei stehen sich jetzt Briegel als Trainer der albanischen Nationalmannschaft und "König Otto" in Tirana gegenüber.

Rehhagel, der sich mit "seinen Jungs" wie schon vor der EM im schweizerischen Bad Ragaz auf die erste Ausscheidungsspiele vorbereitete, ist gewarnt. Seit September 2001 ist Albanien vor heimischer Kulisse ungeschlagen. "Das wird eine ganz schwere Nummer", räumt der Griechen-Coach ein.

Hinzu kommt die brisante Situation zwischen ihm und Ex-Mitstreiter Briegel, der 1997 den Machtkampf in der "Ottokratie" auf dem Betzenberg verloren und frustriert das Handtuch geworfen hatte. Auf die Frage, ob er Rehhagel die Hand geben werde, antwortete Briegel dem Fachmagazin "Kicker": "Das würde ich schon, aber der Herr Rehhagel guckt mich ja nicht an."

Angesichts der schweren Gruppe mit dem WM-Dritten Türkei, den die Hellenen am kommenden Mittwoch in Piräus empfangen, EM-Viertelfinalist Dänemark, der Ukraine mit Superstar Andrej Schewtschenko, Georgien und Kasachstan dürfen sich die Griechen keine Patzer leisten. "In Albanien muss man schon ein bisschen was holen", meinte Rehhagel, dessen Team zuletzt ein 0:0 im Testspiel gegen Tschechien erzielte und in der Fifa-Weltrangliste auf dem 14. Rang einen Platz hinter der Türkei geführt wird.

Mehr als ein Unentschieden war für die Griechen bislang in Albanien auch nicht drin. In fünf Auswärtsspielen schafften die Hellenen drei Remis, zuletzt verloren sie bei den Albanern am 11. Oktober 2000 ein Match der vergangenen WM-Qualifikation mit 0:2.

Dennoch sieht Briegel, der in Axel Roos einen weiteren ehemaligen "Roten Teufel" als Assistenten zur Seite hat, sich und seine Mannschaft klar in der Außenseiterrolle. "Es wird nicht einfach für uns." Realistisch gesehen sei die WM-Qualifikation utopisch. Allerdings: "Zuhause sind wir aber eine Macht geworden, und wenn wir uns steigern, können wir auch auswärts die eine oder andere Mannschaft ärgern", hofft Briegel, der seit dem 1. Januar 2003 bei den Albanern unter Vertrag steht und dessen Arbeitsverhältnis im Sommer bis zur WM verlängert wurde.

Ihre Stärke schöpfen die Albaner vor allem aus ihren Legionären. Dazu zählt in Igli Tare ein weiterer ehemaliger Lauterer, der mittlerweile in Diensten des AC Bologna steht. Hinzu kommen unter anderen Altin Lala vom Bundesligisten Hannover 96 oder Ervin Skela von Aufsteiger Arminia Bielefeld. Rehhagel hat dagegen in seinem Kader in dem EM-Helden Angelos Charisteas vom deutschen Double- Gewinner Werder Bremen lediglich einen Bundesliga-Legionär.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%