Briten halten Beitritt für unvermeidlich
Euro zieht andere EU-Staaten zunehmend an

Kurz vor der endgültigen Umstellung auf den Euro gewinnt die Gemeinschaftswährung an Zugkraft auch für andere EU-Staaten.

afp LONDON/KOPENHAGEN. Nach einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage für die Zeitung "The Guardian" rechnen 62 Prozent der Briten damit, dass ihr Land innerhalb der nächsten zehn Jahre Mitglied der Euro-Zone sein wird. Eine Mehrheit in der Beölkerung für das neue Geld gibt es aber noch nicht - anders als offenbar in Schweden und Dänemark.

Der ICM-Umfrage für "The Guardian" zufolge rechnen doppelt so viele Briten mit einem Euro-Beitritt ihres Landes als noch ein Jahr zuvor. Eine Herzensangelegenheit ist dies aber weiterhin nicht: 58 Prozent der Befragten sagten, bei einem Referendum zur Einführung der Gemeinschaftswährung anstelle des Pfund Sterling würden sie gegen den Euro stimmen. Für die Übernahme des Euro sprachen sich nur 31 Prozent der Befragten aus. Immerhin schrumpfte der Abstand zwischen den Euro-Gegnern und den Euro-Befürwortern klar: Er betrug nur noch 27 Prozentpunkte gegenüber 53 Prozentpunkten im Jahr 2000.

Der britische Premierminister Tony Blair will innerhalb der auf fünf Jahre angesetzten Legislaturperiode das Volk über einen Beitritt zur Wähgrungsunion entscheiden lassen. Einen derartigen Volksentscheid gab es bislang nur in Dänemark; dort lehnten die Dänen im September 2000 das neue Geld aber ab und hielten an ihrer Krone fest. Der Europa-Experte des dänischen Institutes für Außenpolitik (DUPI), Karsten Skjalm, zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Stimmung sich weiter zugunsten des Euro drehen werde. "Die Haltung wird noch positiver sein, wenn der Euro ab 1. Januar 2002 Relaität ist", betonte Skjalm.

Mehrheit der Dänen befürwortet erstmals den Euro

Ein Jahr nach dem "Nej" der Dänen zum Euro waren nach einer Umfrage des Institutes Greens die Befürworter der Gemeinschaftswährung erstmals mit 48 Prozent knapp in der Mehrheit; 46 Prozent zeigten sich demnach im September entschlossen, erneut gegen das Einheitsgeld zu stimmen. Vor allem der abgewählte Regierungschef Poul Nyrup Rasmussen von den Sozialdemokraten hatte sich für den Euro stark gemacht. Die jüngsten Wahlen brachten aber einen Rechtsruck in dem kleinen Königreich. Nyrup Rasmussen wurde durch den Rechtsliberalen Anders Fogh Rasmussen ersetzt.

Nach einer Umfrage für die Wirtschaftszeitung "Dagens Industri" drehte sich auch in Schweden die Stimmung der Bevölkerung weiter zugunsten des Euro: Demnach wollen inzwischen 47 Prozent die schwedische Krone aufgeben und dafür die Gemeinschaftswährung einführen. 33 Prozent sprachen sich gegen den Euro aus, 20 Prozent hatten noch keine Meinung. In Schweden soll die Bevölkerung nächstes Jahr nach der Parlamentswahl über den Euro abstimmen. Vor allem nach dem Nein der Dänen zum gemeinsamen Geld hatte sich die Euro-Stimmung im skandinavischen Nachbarland im vergangenen Jahr eingetrübt.

Schweden, Dänen und Briten nehmen als einzige Bewohner der Europäischen Union nicht an der Euro-Umstellung zum Jahreswechsel teil. Elf Staaten waren bereits zum Start des Euro als Buchgeld dabei, Griechenland stieß im vergangenen Jahr als zwölfter Euro-Staat dazu.

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