Briten planen gemeinsamen Erwerb des Mobilfunkanbieters
BT und Vodafone wollen sich spanische Airtel teilen

MADRID. Die beiden angelsächsischen Telekomriesen Vodafone Airtouch und British Telecom (BT) haben ihren monatelangen Streit um Spaniens zweitgrößten Mobilfunkanbieter Airtel beigelegt. Beide Konzerne einigten sich jetzt auf ein gemeinsames Vorgehen zum Erwerb weiterer Airtel-Anteile, das Vodafone die Übernahme der Mehrheit des Unternehmens erlaubt.

Danach kann Vodafone seinen Anteil von 21,7 % auf 55 % aufstocken. BT erhält eine Option zum Kauf der darüber hinaus gehenden Anteile. Wenn alle spanischen Aktionäre ihre Titel abgeben, könnte BT sein Paket von 17,8 auf 45 % aufstocken. Beide Konzerne wollen Airtel künftig "gemeinsam ausbauen", heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Vodafone und BT hatte sich in den letzten Monaten ein hartes Tauziehen um Airtel geliefert. Airtel ist mit knapp 6 Millionen Kunden zweitgrößter Mobilfunkanbieter in Spanien und insofern ein interessanter Übernahmekandidat. Zum Aktionärskreis zählen außer BT und Vodafone acht spanische Firmen, von denen den meisten Verkaufsabsichten nachgesagt werden. Wichtigster Einzelaktionär ist Spaniens größte Bank Banco Santander Central Hispano (BSCH) mit 30,45 %.

Beide Telekomkonzerne hatten bereits vor einiger Zeit bei der Bank wegen eines Verkaufs des Pakets vorgefühlt. Vodafone galt zwar stets als Favorit für die Übernahme von Airtel. Allerdings wurde ein Alleingang eines der beiden Konzerne grundsätzlich durch eine Aktionärsvereinbarung erschwert, wonach sowohl BT als auch Vodafone Aktien, die sie hinzukaufen, teilweise dem jeweils anderen Unternehmen hätten anbieten müssen.

Mit dem jetzt vereinbarten gemeinsamen Vorgehen sehen beide Telekomgruppen ihre Präsenz in Spanien gestärkt. "Spanien ist einer der am schnellsten wachsenden Mobilfunk-Märkte in Europa", betonte Vodafone-Chef Chris Gent. Vorgesehen ist zudem, dass Airtel mit der spanischen BT-Filiale kooperiert.

In Madrid wird nun erwartet, dass Vodafone sehr bald das BSCH-Paket erwirbt. Vermutlich dürfte die Akquisition per Aktientausch erfolgen. BSCH könnte nach Schätzung von Analysten mit etwa 2,5 % bei Vodafone einsteigen. Darüber hinaus wird erwartet, dass weitere Airtel-Aktionäre ihre Anteile abgeben. Drei Anteilseigener mit zusammen 16,9 % (der Baukonzern Acciona, die Finanzholding Corporación Alba und die Holding von Airtel-Präsident Juan Abelló) hatten sich bereits vor einiger Zeit eine Verkaufsoption von Vodafone einräumen lassen. Damals wurde Airtel mit 24 Mrd. Euro bewertet. In spanischen Finanzkreisen wird Airtel mittlerweile gelegentlich sogar ein Wert von 30 Mrd. Euro zugebilligt, weil das Unternehmen kürzlich eine Handy-Lizenz der dritten Generation (UMTS) erhalten hat. Airtel, die 1999 knapp 148 Mill. Euro verdiente und 2 Mrd. Euro umsetzte, kontrolliert rund ein Drittel des spanischen Handy-Marktes.

Die Londoner Börse reagierte positiv auf die Ankündigung eines gemeinsamen Vorgehens von Vodafone mit BT in Spanien. Vodafone verbesserten sich bis zum Handelsschluss um 1,60 Prozent auf 323,8 Pence. Nach Angaben eines Analysten von WestLB Panmure steuert Vodafone mit der Airtel-Beteiligung auf 46 Millionen Kunden zu. Der Analyst erhöhte das Kursziel der Vodafone-Aktie auf 500 p und verwies darauf, dass Airtel bereits über eine UMTS-Lizenz verfüge. Die Aktien von British Telecom gaben in London nach anfänglichen Gewinnen bis zum Abend allerdings um 1,1 Prozent auf 981 Pence nach.

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