Briten wollen Internet-Tochter von Lufthansa City Center ganz übernehmen
Lastminute.com auf dem Weg zu Deutschlands größtem Online-Reisebüro

Der britische Online-Dienst Lastminute.com will kräftig expandieren. Das erklärte das Unternehmen gestern bei der Vorlage der Quartalszahlen. Auch die Angebote über Reisen hinaus will Lastminute.com erweitern

and LONDON. Der britische Online-Dienst Lastminute.com will in Deutschland zum größten Reiseanbieter im Internet werden. Das erklärte das Unternehmen gestern bei der Vorlage der Quartalszahlen (Ende Juni). Die kürzlich geschlossene Partnerschaft mit der Reisebürokette Lufthansa City Center (LCC) werde die bereits gute Ausgangsposition auf dem deutschen Markt stärken. Lastminute hatte im Juni 20 % von LCC 24 übernommen und plant mittelfristig die vollständige Übernahme des Onlineanbieters der 530 deutschen Reisebüros.

Gründer Brent Hoberman sagte dem Handelsblatt: "Wenn wir mit der Partnerschaft zufrieden sind, besteht nach drei Jahren die Möglichkeit das deutsche Onlinegeschäft ganz zu fusionieren." Denkbar sei eine Erweiterung der Allianz auf die 200 LCC-Büros außerhalb Deutschlands. Die Integration der beiden britischen Zukäufe Travelselect und Destination Group werde bis Ende September abgeschlossen sein.

Unabhängig von dem neuen Partner wolle Lastminute.com im Herbst auch in Deutschland die Gewinnzone erreichen, sagte Hoberman. Bislang ist der Online-Anbieter, der neben Reisen auch Lifestyle-Artikel im Netz verkauft, vor allem am Heimatmarkt Großbritannien profitabel. Dort macht Lastminute.com rund zwei Drittel des Geschäfts und den größten Gewinn. In Frankreich ist der Online-Händler inzwischen ebenfalls profitabel. Seit kurzem ist Lastminute.com auch in Japan und damit nun in insgesamt zehn Ländern präsent.

Wie schon in den vergangenen Quartalen legte der Online-Händler für die drei Monate bis Ende Juni ein deutlich verbessertes Ergebnis vor. Der Ebitda-Verlust verringerte sich gegenüber dem Vorjahresquartal von 7,8 Mill. £ auf 1,9 Mill. £ (rund 3 Mill. Euro). Das Volumen der Verkäufe verdoppelte sich auf 61 Mill. £. Der Aktienkurs stieg gestern leicht auf 95 Pence. Damit liegt er zwar noch immer deutlich unter dem Ausgabekurs zum Börsenstart vor zwei Jahren, doch in diesem Jahr konnte die Aktie bislang eine sehr gute Entwicklung in London aufweisen.

Rund die Hälfte der Einnahmen macht Lastminute.com im Reisebereich, auch in Deutschland. Hier sind nach den Worten von Hoberman vor allem Pauschalreisen in die Türkei und Spanien gefragt. Der deutsche Markt hat sich bislang jedoch als schwierig erwiesen, da die Kunden hier unter dem Stichwort "in letzter Minute" vor allem supergünstige Schnäppchen erwarten. "Das ist in Frankreich, Italien und England ganz anders", so der Lastminute-Chef, "unser Geschäftsmodell war nie auf Billigangebote aufgebaut."

Der Entrepreneur schloss auch eine Expansion in weitere Länder nicht aus. Vor allem Amerika sehen Marktbeobachter als interessanten Markt

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Auch die Angebote will Lastminute.com erweitern. Strom oder Neuwagen - wie etwa bei Virgin.com - wird es auf der Internetseite von Lastminute.com aber nicht geben. Hoberman: "Unsere Produkte werden sich immer um den Lastminute-Lifestyle drehen."

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