Britisch-amerikanische Firma beantragt Gläubigerschutz
Kabelnetzbetreiber NTL wird aufgespalten

Der hoch verschuldete Kabelnetzbetreiber NTL Inc. hat mit seiner Restrukturierung begonnen. Insgesamt hat NTL mehr als 25 Mrd. Euro Schulden.

slo/wsj DÜSSELDORF/LONDON. Dafür hat das britisch-amerikanische Unternehmen vergangene Woche Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts beantragt. Der Konzern versucht so, seine Verbindlichkeiten in Griff zu bekommen. Insgesamt hat NTL mehr als 25 Mrd. Euro Schulden. Dem stehen Vermögenswerte von 18 Mrd. Euro gegenüber.

Zunächst sollen Anleiheschulden in Höhe von 10,6 Mrd. Euro in Aktien umgewandelt werden. Darauf hatte sich NTL mit seinen Gläubigern geeinigt. In einem weiteren Schritt wird NTL in zwei Unternehmen aufgeteilt: Einerseits sollen die Beteiligungen in Großbritannien und Irland, andererseits die in Kontinentaleuropa zusammengefasst werden. Zum Letzteren gehört auch der hessische Kabelnetzbetreiber Iesy, an dem NTL mit 32,5 % beteiligt ist. Noch ist unklar, wie sich das Insolvenzverfahren auf Iesy auswirkt

.

Mit 8,5 Millionen Kunden setzte NTL im vergangenen Jahr 3,7 Mrd. Euro um. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) lag bei fast 1 Mrd. Euro. Nach Sonderabschreibungen blieb jedoch unter dem Strich ein Verlust von 12,8 Mrd. Euro - der größte Verlust eines Unternehmens in der britischen Geschichte. NTL sorgte zudem für den größten Zahlungsausfall in der Geschichte der Unternehmensanleihen. Der wesentliche Grund für die Finanzprobleme der Kabelbetreibers: NTL hat sich mit seiner ambitionierten Wachstumsstrategie übernommen.

Doch auch andere Kabelnetzbetreiber wie die niederländische UPC und der US-Kabelinvestor Callahan stecken in argen Schwierigkeiten. Callahan hat die Mehrheit an den Kabelnetzen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg von der Deutschen Telekom übernommen und rüstet diese für Telefonie, schnelles Internet und digitales Fernsehen auf. Nach Ansicht von Experten steht dem Unternehmen Ähnliches bevor wie NTL.

Quelle: Handelsblatt

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