Britische Bank verbucht Gewinnrückgang
Höhere Risikovorsorge lässt Barclays-Aktie abstürzen

Mit zum Teil deutlichen Abschlägen haben die Bankaktien auf Zahlen der britischen Barclays Bank reagiert. Das Institut hatte als erste der vier Großbanken Zahlen vorgelegt und dabei den Markt enttäuscht.

fs LONDON. Die Barclays-Aktie verlor teilweise mehr als sechs Prozent, daneben wurden vor allem Royal Bank of Scotland und Lloyds TSB mit Abschlägen von mehr als vier Prozent getroffen.

Die nach Marktkapitalisierung viertgrößte Bank der Insel hatte einen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um sechs Prozent reduzierten Vorsteuergewinn im ersten Halbjahr vorgelegt (1,749 Mrd. Pfund, rund 2,8 Mrd. ). Als Grund für die Entwicklung, die die "eigenen hohen Standards nicht erfüllt", nannte Vorstandschef (Chief Executive) Matthew Barrett höhere Vorsorge für das Argentinien-Risiko sowie die Auswirkungen des Marktverfalls auf das Lebensversicherungsgeschäft.

Die Risikovorsorge für Problemkredite hat sich bei Barclays um 43 Prozent auf 713 Mill. Pfund erhöht. Die Rücklagen für Argentinien waren Ende des Monats 25 mal so hoch wie in den ersten sechs Monaten 2001. Das Lebensversicherungsgeschäft brachte Barclays einen Verlust von 37 Mill. Pfund ein (Vorjahr: plus 94 Mill. Pfund). Der Rückgang der stark in Aktien investierten Versicherungssparte gehe im wesentlichen auf den Sturz des britischen Leitindex FTSE-100 zurück. Der operative Gewinn der anderen Sparten Personal Financial Services (plus fünf Prozent), Barclaycard (plus 24 Prozent) und Business Banking (plus zehn Prozent) konnte dagegen zulegen.

Die Analysten von Merrill Lynch nannten die Halbjahreszahlen trotz der Barclays-Selbstkritik "respektabel". Merrill hatte mit einem leicht schlechteren Ergebnis gerechnet. Die Investoren jedoch waren über die erhöhte Risikovorsorge nicht erfreut. David Lis von Morley Fund Management, einem der größten institutionellen Barclays-Aktionäre, nannte die Reaktion des Aktienmarktes nur folgerichtig: "Die Investoren strafen Banken ab, die von den grassierenden Unternehmenspleiten betroffen sind."

Barclays-Chief Executive Barrett nahm zu Spekulationen über mögliche Übernahmeziele nur ausweichend Stellung. Gerüchte, wonach sein Haus Interesse an der zwei Mrd. Pfund schweren Hypothekenbank Bradford&Bingley habe, kommentierte er nicht. Er sagte nur, das primäre Ziel einer Akquisition liege im Ausland. Zu Fragen nach der spanischen Banco Zaragozano meinte Barrett, der spanische Markt sei interessant, erscheine derzeit aber teuer.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%