Britische Bank will 1,7 Milliarden Euro investieren: HSBC-Manager übernehmen Beteiligungsgeschäft

Britische Bank will 1,7 Milliarden Euro investieren
HSBC-Manager übernehmen Beteiligungsgeschäft

Der Finanzkonzern HSBC will seine Private-Equity-Aktivitäten breiter aufstellen und verkauft daher den Großteil des Europageschäfts an das Management. Die Beteiligungen bleiben in den Büchern des HSBC-Konzerns, der keinen nennenswerten Gewinn durch die Transaktion erzielt.

FRANKFURT/M. Anders als viele Wettbewerber wird sich die britische HSBC, derzeit die zweitgrößte Bank weltweit, nicht aus dem außerbörslichen Beteiligungsgeschäft (Private Equity) verabschieden - auch wenn der Verkauf des Europageschäfts an das zuständige Management zunächst den Eindruck erweckt. Während sich etwa Deutsche Bank und UBS wegen zu hoher Risiken kürzlich aus dem Private-Equity-Geschäft weitestgehend zurückgezogen haben, will HSBC sich durch die Transaktion mehr Freiheit schaffen.

"Der Buy-Out gibt uns mehr Atem für die Expansion", sagte gestern ein HSBC-Sprecher dem Handelsblatt. Die britische Bank hat Interessen in den USA, wo sie in den nächsten fünf Jahren 750 Mill. in den Private-Equity-Fonds AEA investieren will. Außerdem hält HSBC Beteiligungen in Hongkong, anderen Teilen Asiens und Südamerika. "Wir können nun den Branchenmix unseres Beteiligungsportfolios leichter ändern und mit neuen Partnern kooperieren", so der Sprecher.

Das wird durch die gestern bekannt gegebene Transaktion ermöglicht: Nach dem Verkauf von 80,1 % der HSBC Private Equity Limited an 25 Investment-Manager hält der HSBC Konzern an den bestehenden Beteiligungen fest. Verkauft werde nur die Mehrheit an der Managementgesellschaft, die Projekte analysiert und Investmententscheidungen trifft. Die Eignerstruktur des Fonds bleibe unverändert, sagten die beiden Deutschland-Geschäftsführer Peter Kroha und Nico Helling dem Handelsblatt. Die Beteiligungen bilanziere daher wie bisher der HSBC-Konzern, einen spürbaren Effekt für die Gewinnrechnung gebe es nicht, so der HSBC-Sprecher. Ziel der Deutschen Bank war es hingegen, ihre Direktbeteiligungen aus der Bilanz zu entfernen.

An dem im September 2002 geschlossenen HSBC-Fonds mit einem Vermögen von zwei Mrd. Euro hält der Konzern - wie auch an früher aufgelegten Fonds - 50 %, die andere Hälfte liegt bei einem Dutzends institutioneller Investoren.

Aus Sicht von Kroha und Helling bringt der Buy-Out auch dem Management einen entscheidenden Vorteil: "Uns hilft es, weil viele Investoren es lieber sehen, wenn Analyse und Entscheidungen von bankunabhängigen Managern getroffen werden." Ähnliche Wege wie die HSBC-Private-Equity-Manager sind mehrere Gesellschaften gegangen. So hat sich etwa das Management von Bridge Point Capital durch einen Buy-Out von der Bank Nat West unabhängig gemacht. Permira trennte sich so von Schroders.

Die HSBC-Sparte nimmt ihren alten Namen wieder an und heißt künftig Montagu Private Equity Limited. Investmentphilosophie und Mitarbeiterstruktur wollen die Manager nach dem Buy-Out nicht ändern. "Wir investieren in stabile Branchen und bewegen uns im mittleren Marktsegment mit Firmenwerten zwischen 75 und 750 Millionen Euro", sagten Kroha und Helling. Von dem 2 Mrd. Euro-Fonds seien bereits 300 Mill. Euro investiert, den Rest würden die derzeit 45 Montagu-Mitarbeiter in den nächsten vier bis fünf Jahre platzieren.

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