Britische Finanzaufsicht verhängt Geldstrafe
MLP zahlt Preis für schlechte Ausbildung

Der Heidelberger Finanzdienstleister MLP muss für Beratungsfehler in der Startphase seiner Expansion nach Großbritannien eine Strafe von 100 000 Pfund Sterling (gut 150 000 Euro) zahlen.

Reuters LONDON/HEIDELBERG. Die britische Finanzdienstleistungsaufsicht FSA teilte am Donnerstag mit, die Gründe für die Geldbuße seien eine schlechte Ausbildung sowie eine mangelhafte Aufsicht und Überwachung der MLP-Berater im Zeitraum von Februar und Juni 2001 gewesen. "Wenn der Regulierer nicht sofort eingeschritten wäre, wären an eine beträchtliche Zahl von Kunden in Großbritannien möglicherweise ungeeignete Produkte verkauft worden", sagte Carol Sergeant von der Financial Services Authority (FSA). Damit habe die FSA ein größeres Entschädigungsverfahren vermieden.

Ein MLP-Sprecher erläuterte dazu in Heidelberg, es habe sich um Anlaufschwierigkeiten in den ersten Tagen in Großbritannien gehandelt. Unter der Ägide des inzwischen entlassenen Vorstands Dorian Simon seien Berater zu den Kunden geschickt worden, ohne die dafür in Großbritannien nötigen Lizenzen abzuwarten. Davon seien fünf Kunden betroffen gewesen, einer von ihnen sei mit 85 Pfund Sterling entschädigt worden. Danach sei der Vertrieb erst einmal wieder für zwei Monate eingestellt worden. "Für uns ist das abgehakt", sagte der Sprecher. Für die Strafe seien bereits im Jahr 2002 Rückstellungen gebildet worden.

Simon war im September entlassen worden, weil MLP ihm vorwirft, interne Unterlagen an Anlegerschützer und an ein Börsenmagazin weitergegeben und dem Versicherungsvermittler damit geschadet zu haben. Nach mehreren Veröffentlichungen über die Bilanzierungspraktiken von MLP war der Aktienkurs drastisch eingebrochen. Vorstandschef Bernhard Termühlen hat die Vorwürfe, deretwegen auch die Staatsanwaltschaft Mannheim ermittelt, stets als juristisch haltlos bezeichnet. Die meisten der kritisierten Bilanzierungspraktiken hat das Unternehmen allerdings inzwischen geändert und eingestellt.

Die in den vergangenen Tagen erneut überdurchschnittlich unter Druck gerate MLP-Aktie gab am Donnerstag 4,1 Prozent auf 6,76 Euro nach.

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