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Britische Forscher klonen gentechnisch veränderte Schweine

Britische Forscher haben nach eigenen Angaben erstmals fünf gentechnisch veränderte Schweine geklont. Dies sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Verpflanzung von Tierorganen in Menschen, teilte das Biotechnologie-Unternehmen PPL Therapeutics in Edinburgh am Donnerstag mit.

dpa LONDON. Schon seit Jahren prüfen Forscher weltweit, ob sich Nieren, Herzen oder andere Organe von Schweinen zur Transplantation für Menschen eignen. Bisher jedoch ist dies schon deshalb unmöglich, weil Schweine mindestens ein spezifisches Gen haben, das beim Menschen eine Abwehrreaktion des Immunsystems auslöst. Die Forscher wollen deshalb Schweineorgane züchten, die dieses Gen nicht haben.

Zum Beweis dafür, dass genetische Veränderungen bei geklonten Schweinen möglich sind, hatten die Forscher das Erbmaterial DNA vor dem Klonen mit einem fremden Gen angereichert. Auch der Prozess zur Ausschaltung des Gens, das die Abwehrreaktion beim Menschen hervorruft, ist nach Angaben von PPL schon weit fortgeschritten.

Viele Mediziner warnen vor Tier-Mensch-Transplantationen

PPL hatte im vergangenen Jahr erstmals erfolgreich Schweine nach dem Dolly-Verfahren geklont. Nach Angaben des Unternehmens könnten klinische Versuche zur Übertragung von Schweineorganen auf Menschen schon in vier bis fünf Jahren Realität werden. Viele Mediziner und Biologen warnen jedoch vor solchen Transplantationen. Auch die "Väter" des schottischen Klon-Schafes Dolly haben sich dagegen ausgesprochen, Schweine direkt als Organspender zu nutzen.

Prof. Ian Wilmut vom Roslin-Institut bei Edinburgh sagte dazu: "Man ist heute doch ein Stück weniger optimistisch, dass sich Tiere in dieser Weise nutzen lassen. Was uns Sorgen macht, sind hauptsächlich unbekannte Viren. Es ist denkbar, dass es Viren gibt, die wir nicht kennen und die so auf die Menschen übergreifen könnten." Manche Forscher glauben sogar, dass auf diesem Wege eine neue Art von Aids-Epidemie entstehen könnte.

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