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Britische Jugendliche ziehen Handy der Zigarette vor

"Es dreht sich alles um den Cool-Faktor", erklärte Anne Charlton, Professorin der Universität von Manchester und Expertin für jugendliche Raucher.

ap LONDON. Britische Jugendliche rauchen weniger und benutzen dafür ausgiebig Handys. Das ermittelte ein britisches Forscherteam in einer Studie, die am Freitag im "British Medical Journal" veröffentlicht wurde. Von 1996 bis 1999 sei die Zahl der Raucher unter den 15-Jährigen von 30 auf 23 % gefallen. Mobil telefonieren nahm dagegen rapide zu; 70 % der Altersgruppe besitzen inzwischen ein Handy. Nach der These der Forscher keine zufällige Entwicklung: In keiner Altersgruppe sei das Bewusstsein für Mode und Lebensgefühl so ausgeprägt wie bei den Heranwachsenden. "Es dreht sich alles um den Cool-Faktor", erklärte Anne Charlton, emeritierte Professorin der Universität von Manchester und Expertin für jugendliche Raucher.

Clive Bates, Direktor der Initiative Rauchen und Gesundheit in London sagte, das Handy nehme nun den Platz im Leben von Jugendlichen ein, den früher die Zigarette als Symbol für Mode und Rebellion besetzte. Der Rückgang des Rauchens sei auch eine Kostenfrage: "Viele Jugendliche können sich nicht beides leisten."

Professor Richard Doll, der mit seiner Forschung den Zusammenhang zwischen Rauchen und Krebs nachwies, bezeichnete die These als vernünftig. Das Phänomen müsse aber noch über einen längeren Zeitraum beobachtet werden, bevor man von gesicherten Erkenntnissen sprechen könne. Bates sagte, Jugendliche seien stets auf der Suche nach Image und eigener Identität, die die Werbung in Europa bei den beiden Produkten deutlich anspreche.



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