Britische Low-Cost-Airline mit deutlichem Halbjahresverlust
Preiskampf der Billigflieger verhagelt Easyjet das Ergebnis

Europas größte Billig-Fluggesellschaft Easyjet Plc hat im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres tiefrote Zahlen geschrieben. Zwar hat das Unternehmen mehr Passagiere befördert hat als noch vor einem Jahr. Doch der harte Preiskampf bei den Flugticktes sowie die gestiegenen Treibstoffkosten ließen die Airline nach Aussage von Easyjet-Chef Ray Webster in der Verlustzone landen.

chu LONDON. In den sechs Monaten bis Ende März hat der Billigflieger einen Nettoverlust von 46,9 Mill. £ angehäuft (69 Mill. Euro) und damit lediglich das untere Ende der Analystenerwartungen erreicht. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte Easyjet einen Reingewinn von 0,8 Mill. £ erzielt. Die Zahlen beinhalten Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekte aus dem Kauf des Konkurrenten Go sowie aus der Kaufoption für die Deutsche BA, die Easyjet im März hatte verfallen lassen.

Easyjet-Chef Webster warnte vor weiterem Ertragsdruck angesichts der scharfen Konkurrenz auf dem Flugmarkt und wollte keine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr abgeben. Die gestiegene Zahl von Passagieren ließ den Umsatz im Halbjahr um 25 % auf 373 Mill. £ steigen. Der durchschnittliche Preis, den Kunden für einen Flug zahlten, sank dagegen im Vorjahresvergleich um 3 %.

Der Irak-Krieg und die Lungenkrankheit SARS hatten in den vergangenen Monaten den Reisemarkt insgesamt geschwächt. Easyjet und andere Fluggesellschaften hatten deshalb versucht, die Nachfrage mit Preissenkungen zu stimulieren. Für die Billigflieger, die nur europäische Ziele bedienen, ging dieser Plan auf. Easyjet zählte im April 33,6 % mehr Passagiere als im April 2002. Konkurrent Ryanair legte mit 34 % ähnlich stark zu.

Zu den Verlierern gehörte dagegen British Airways Plc. Trotz Preissenkungen hat die Airline im April 2003 weniger Passagiere befördert als noch vor einem Jahr. Analysten bezeichneten die Zahlen von Easyjet als enttäuschend. Andrew Light von Schroder Salomon Smith Barney kritisierte die "exzessiven Kapazitätssteigerungen" des Billigfliegers. Es sei davon auszugehen, dass die Ticketpreise weiter sinken.

In der vergangenen Woche hatte bereits die Investmentbank Morgan Stanley die Aktie wegen der schlechten Ertragslage des Unternehmens herabgestuft. Die Anleger hingegen zeigten sich gestern unbeeindruckt. Easyjet-Anteile kletterten an der Londoner Börse bis zum Nachmittag um 2,8 % auf 193 Pence. Seit Jahresanfang haben sie allerdings rund ein Drittel ihres Wert verloren.

Quelle: Handelsblatt

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