Britische Möwen ziehen ins Landesinnere
Immer mehr Möwen fliegen in die Stadt

Britische Möwen ziehen von der Küste ins Landesinnere um, weil sie dort wesentlich mehr zu fressen finden. Das ist das Ergebnis einer am Montag veröffentlichten Studie des auf Vögel spezialisierten Biologen Peter Rock.

HB/dpa LONDON. Demnach hat sich die Möwenkolonie in der englischen Stadt Bristol in den vergangenen 20 Jahren verzwölffacht. In 10 bis 15 Jahren werde jede britische Stadt, von Südengland bis Schottland, eine schnell wachsende Möwenkolonie haben, sagte der Forscher voraus. An den Küsten dagegen würden die Vögel seltener.

"Aus der Sicht einer Möwe sind Gebäude einfach wie Klippen im Meer - nur ohne Raubtiere und mit einer Menge Nahrung in der Nähe", sagte Rock der britischen Nachrichtenagentur PA. Die Vögel ernährten sich in den Städten großenteils von Fast-Food-Abfällen. Als besonderer Luxus komme die Straßenbeleuchtung dazu, die ihnen das Suchen erleichtere. In ihrem angestammten Lebensraum sei für die Möwen der Kampf ums Überleben dagegen auf Grund der Überfischung härter geworden.

Manche Menschen fühlten sich durch die Möwen auf ihren Dächern an Alfred Hitchcocks Horror-Film "Vögel" erinnert, sagte Rock. Es habe jedoch keinen Zweck, die Zuwanderer zu bekämpfen: Für jedes getötete Tier würde sofort ein anderes nachrücken. Deshalb werde Möwengeschrei wohl bald auch zur Geräuschkulisse von Städten gehören, die weit von der Küste entfernt liegen.

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