Britische Öl-Aktien unter Druck
Europas Börsen zum Sitzungsende kaum verändert

Die wichtigsten europäischen Standardwerte haben am Mittwoch kaum verändert geschlossen. Der DJ Stoxx50-Index büsste 0,02 Prozent auf 3648 Zähler ein. Ein Teil der frühen Gewinne ging nach Händlerangaben aber wieder verloren, als die britischen Ölaktien durch eine neue Steuer unter Druck kamen.

Reuters / Frankfurt. Die wichtigsten europäischen Standardwerte haben am Mittwoch kaum verändert geschlossen. Der DJ Stoxx50-Index büsste 0,02 Prozent auf 3648 Zähler ein. Ein Teil der frühen Gewinne ging nach Händlerangaben aber wieder verloren, als die britischen Ölaktien durch eine neue Steuer unter Druck kamen. Die Stimmung sei aber weiterhin gut, hiess es weiter.

Das gelte umso mehr als Fed-Chef Alan Greenspan mit seinen Ausführungen vor einem Ausschuss des US-Kongresses die Zinssorgen im Markt gedämpft habe. Gute Ergebnisse der Schweizer Adecco und des US-Chipherstellers Intel hätten den Hoffnungen auf höhere Kurse weiter Nahrung gegeben. BP verloren 1,16 Prozent und Shell waren 1,55 Prozent schwächer.

Die britische Regierung will eine Zusatzsteuer von zehn Prozent auf Gewinne aus den Nordsee-Ölfeldern erheben. Fester tendierten die Aktien der Bereiche Technologie, Medien und Bau. Schwächer waren britische Einzelhandelswerte sowie unter der Führung von VW Autoaktien. Auch Telekomaktien konnten sich gut schlagen, da die jüngsten Rückgänge als überzogen angesehen wurden.

FRANKFURT - Nachgebende Kurse bei den Standardwerten in den USA drückten die Kurse der deutschen Aktien. Gleichwohl rückten Sorgen der Börsianer, die US-Leitzinsen könnten bald wieder steigen und die Aktienmarkt-Entwicklung belasten, nach einer Rede von US-Notenbankpräsident Alan Greenspan zunächst wieder in den Hintergrund. Der Deutsche Aktienindex (Dax) fiel bis zum Nachmittag um 0,3 Prozent auf 5329 Zähler. Teilweise deutlich zulegen konnten am deutschen Aktienmarkt Technologie-Werte wie Epcos, die von erfreulichen Quartalsergebnissen ihrer US-Konkurrenten profitierten. Gegen den Branchentrend gaben SAP nach. Die Papiere von Schering profitierten Händlern zufolge derweil von einer zweijährigen Studie mit dem Medikament Betaferon/Betaseron gegen Multiple Sklerose. Die Untersuchung habe ergeben, dass diese Arznei effektiver als das Konkurrenzprodukt des US-Konzerns Biogen sei.

LONDON - Die Börse London notierte marginal fester. Der FTSE-100-Index stieg 0,08 Prozent auf 5263,9 Punkte. Unterstützung kam vom Bankensektor, während die Ölwerte den Markt belasteten. Kursverluste verzeichneten Telekomtitel wie Vodafone. Händler verwiesen auf Sorgen um die langfristige Gewinnentwicklung. Gegen den Trend schlossen BT Group über drei Prozent höher. Zuvor hatte die deutsche Bank die Aktie in ihre Empfehlungsliste aufgenommen. Die Öl-Branchenriesen BP und Shell gaben über ein Prozent nach. Gute Aussichten im Sektor liessen die Valoren der Pay TV-Gesellschaft BSkyB um 3,3 Prozent nach oben schnellen.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien schlossen gestützt von Versicherungswerten gut behauptet. Abgaben beim Marktschwergewicht Nestle hätten eine grössere Aufwärtsbewegung verhindert, sagten Händler. Der Blue Chip-Index SMI schloss 0,18 Prozent fester mit 6691,3 Punkten. "Der Trend sieht gut aus," so ein Händler. Der Umsatz ziehe nun etwas an, nachdem viele Anleger bei den letzten Aufwärtsbewegung des SMI nicht dabei waren.

Ein Wechselbad erlebten Adecco. Die Titel stiegen zunächst über sechs Prozent bis auf 114,25 sfr, den höchsten Stand seit über 15 Monaten. Am Nachmittag bröckelten Adecco dann ab und schlossen noch 2,1 Prozent höher mit 109,50 sfr. Der Zeitarbeitskonzern meldete für das erste Quartal 2002 einen besser als erwarteten Gewinn und gab einen zuversichtlichen Ausblick. Indexschwergewicht Nestle gab 1,3 Prozent auf 376 sfr nach. Nestle wurden ex-Dividende von 6,40 sfr gehandelt. Rentenanstalt stiegen 5,1 Prozent und Zurich legten zwei Prozent zu.

PARIS - An der Börse Paris schloss der CAC-40-Index marginal leichter auf 4597,3 Punkten. In ausgesuchten Technologie- und Finanzwerten hätten die Anleger Gewinne mitgenommen. Im Plus schlossen die Aktien des Mischkonzerns Bouygues, die 3,5 Prozent vorrückten. Das Unternehmen gab bekannt, es wolle sich an der Auktion für eine Mobilfunklizenz der dritten Generation beteiligen. Grösster Verlierer waren die Papiere von Sanofi-Synthelabo, die 2,47 Prozent einbüssten.

AMSTERDAM/BRÜSSEL - Im Plus schlossen die Benelux-Börsen. Der Amsterdamer AEX-Index stieg 0,5 Prozent auf 528,8 Punkte und der Brüsseler Bel-20-Index notierte 0,1 Prozent fester bei 2847,36 Zählern. Als Zugpferd erwiesen sich auch am Mittwoch die Philips-Aktien. Davon profitieren konnten ASML; die Titel legten 2,2 Prozent zu. Gesucht waren in Brüssel KBC Bancassurance, sowie Almanij.

MADRID - An der Börse Madrid zog der Ibex35-Index um 0,5 Prozent auf 8394 Punkte an. Unterstützt wurde die Aufwärtstendenz von einer Rally bei den Bankwerten und dem Indexschwergewicht Telefonica. Telefonica konnten ebenso wie Telefonica Moviles knapp zwei Prozent zulegen. Rund ein Prozent im Plus notierten die Papiere von Banco Bilbao Vizcaya und Santander Central Hispano.

MAILAND - Angeführt durch den Versicherer RAS schloss der MIB-30-Index 0,31 Prozent tiefer auf 33.205 Zählern. Enttäuschende Zahlen bei den Lebensversicherungen und der Ausfall einer zusätzlichen Dividende liessen die Papiere von RAS um rund sechs Prozent absacken. Unter Druck standen auch die Titel der grössten italienischen Bank IntesaBCI, die 3,6 Prozent nachgaben.

STOCKHOLM - Die skandinavischen Aktien notierten zum vierten Mal in Folge fester. Der DJ StoxxNordic-Index zog 1,1 Prozent auf 357,6 Punkte an. Schwergewichtige Technologiewerte wie Nokia und Ericsson gewannen zwischen einem und zwei Prozent. Skandia verzeichneten ein Plus von 5,8 Prozent.

WIEN - Der Wiener ATX-Index befestigte sich um 0,51 Prozent auf 1332,25 Punkte. Das mehr als dreiprozentige Kursplus in Erste Bank verhalf dem Gesamtmarkt zu einem festeren Schluss. Händler zeigten sich teilweise erstaunt über die Gewinne bei Erste Bank: "Ja, die läuft und läuft, das ist ein Wahnsinn", sagte einer. Charttechnisch sei die Aktie "in Ordnung", wie ein anderer Händler bemerkte. Flughafen schlossen ebenfalls fester. Stärkeren Umsatz sahen auch Telekom; die Titel gaben nach.

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