Britische Soldaten gelandet
Amerikanische Luftangriffe auf Kandahar

Amerikanische Kampfflugzeuge haben am Freitag erneut Ziele in der südafghanischen Stadt Kandahar angegriffen. Dort haben sich die Taliban entgegen früheren Meldungen offenbar noch behaupten können. Am Sonntag will eine Delegation paschtunischer Stammesführer nach Kandahar reisen, um Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar zur Kapitulation zu bewegen.

ap WASHINGTON/LONDON. Bei den Angriffen auf Kandahar wurden nach einer Meldung der unabhängigen Nachrichtenagentur AIP das Außenministerium der Taliban und eine Moschee im Osten der Stadt getroffen. Mindestens elf Bewohner seien getötet worden, meldete die Agentur Afghan Islamic Press.

"Die Taliban haben noch eine starke Stellung in Kandahar", sagte ein Sprecher der paschtunischen Stammesführer in der pakistanischen Stadt Quetta. Nach seinen Schätzungen haben sich etwa sieben von zehn Taliban-Kommandeuren entschieden, dem Aufruf Omars zu folgen und den Kampf fortzusetzen. Wenn die für Sonntag geplante Mission der Stammesführer in Kandahar scheitern sollte, sei es wahrscheinlich, dass die paschtunischen Stammesführer zum Krieg gegen die Taliban aufriefen.

Die pakistanischen Behörden verstärkten ihre Grenzbefestigungen mit Panzern und zusätzlichen Truppen. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass sich islamische Extremisten und Anhänger des mutmaßlichen Terroristenführers Osama Bin Laden nach Pakistan absetzen.

Kundus von Truppen der Nordallianz belagert

Weiterer Brennpunkt des Afghanistan-Kriegs ist die im Nordosten gelegene Stadt Kundus, die von Truppen der Nordallianz belagert wird. Auch hier wurden Stellungen der Taliban von US-Kampfflugzeugen bombardiert. Zu den Verteidigern von Kundus sollen 2000 bis 3000 ausländische Unterstützer der Taliban gehören, die auf Seiten Bin Ladens stehen. Nahe der Stadt Herat, unweit der Grenze zu Iran gelegen, sollen die Taliban nach einer AIP-Meldung einen Luftwaffenstützpunkt aufgegeben haben.

Die US-Angriffe konzentrieren sich nach Angaben des Pentagons zunehmend auf Bin Laden und dessen Netzwerk El Kaida. "Wir ziehen die Schlinge enger", sagte der zuständige US-Befehlshaber, General Tommy Franks, am Donnerstag in Washington. Bei Kandahar seien in den vergangenen Tagen amerikanische Spezialtruppen im Einsatz gewesen, sagte der General. Straßen seien blockiert worden, um Taliban- und El-Kaida-Kämpfern die Flucht zu erschweren.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, es sei zwar möglich, dass Bin Laden aus Afghanistan entkomme. Er halte dies jedoch für unwahrscheinlich. «Ich denke, wir werden ihn finden - entweder dort oder in einem anderen Land», sagte Rumsfeld. Unterdessen landeten britische Soldaten auf dem Flugplatz Bagram nördlich von Kabul. Sie sollen dort vor allem die technischen Einrichtungen überprüfen, wie das Verteidigungsministerium in London mitteilte.

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