Britische Zeitungen berichten
Deutsche fühlen sich als "Nazis" beschimpft

Zwei in England arbeitende Deutsche wollen den Handy-Hersteller Motorola verklagen, weil sie von ihren Kollegen in unerträglicher Weise schikaniert worden seien.

HB/dpa LONDON. Britische Zeitungen wie die "Times", der "Guardian", der "Daily Telegraph" und der "Daily Express" berichteten am Freitag in teils großer Aufmachung über die Vorwürfe. Die beiden Deutschen, Jens Puhle (30) aus Berlin und Heinrich Sawatzki (41) aus Bonn, haben ihre jeweils auf ein Jahr befristeten Verträge nun nach zwei Jahren nicht mehr verlängert.

Den Berichten zufolge wurden die beiden Deutschen in der britischen Motorola-Zentrale in Swindon westlich von London als "Scheißdeutsche", "Hitlers Handlanger" und "Obersturmbannführer" beschimpft. Ihre Kollegen seien im Stechschritt durch das Büro marschiert, hätten Lieder über Hitler gesungen, ihren deutschen Akzent imitiert und ständig Anspielungen auf die Gaskammern der Konzentrationslager gemacht. "Es war wirklich unglaublich, absolut empörend", sagte Puhle, dessen Partnerin Engländerin ist, im "Guardian". "Wir mussten das jeden Tag durchstehen. Ich habe mich mehrmals darüber beschwert, aber das ist immer ignoriert worden."

Vor einiger Zeit hätten noch eine ganze Reihe von Deutschen bei Motorola in Swindon gearbeitet, aber die meisten seien inzwischen gegangen. Sawatzki sagte: "Es ging nicht nur um Deutsche. Sie haben auch Witze über Schwarze gemacht, die Franzosen, die Japaner - jeden, der nicht Engländer war."

Die örtliche Polizei bestätigte, dass der Vorwurf der rassistischen Einschüchterung bei Motorola untersucht werde. Patrick Hamilton, ein Sprecher des Unternehmens, sagte der "Times", man nehme die Vorwürfe sehr ernst. Den konkreten Fall könne er aber erst nach Abschluss der laufenden Untersuchung kommentieren.

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