Britischen Bahnradsportler
Sonne, Bier – und Erfolg

Die britischen Bahnradsportler dominieren im Velodrom. Mit ihrer Leistung bereiten sie ihren Landsleuten das erfolgreichste Olympia seit 88 Jahren. Im Oktober soll das mit einer großen Jubelparade in der Londoner Innenstadt gefeiert werden.

PEKING. Der erste Beleg für die Existenz von Briten findet sich bei diesen Spielen schon vor dem Eingang zum futuristischen Pekinger Velodrome. Neben einer Stahlskulptur, die mit waagerechten Stäben einen Radrennfahrer verkörpern soll, lümmeln weißhäutige Männer mit nacktem Oberkörper im Gras und trinken Bier. Die Frauen tragen T-Shirts mit dem Union Jack. Gelegentlich wird gegrölt. Alles fast wie beim Fußball.

Anders allerdings als beim Ballsport, in dem Engländer, Schotten, Waliser oder Nordiren seit Ewigkeiten nichts mehr gewonnen haben, ist die britische Dominanz hier nicht nur optischer Natur. Sie setzt sich auch dann fort, wenn die Wettbewerbe einmal laufen. Noch vor Ruderern und Seglern sind die Radler dafür verantwortlich, dass die britischen Olympioniken bereits zu diesem Zeitpunkt der Spiele so erfolgreich sind wie seit 1920 nicht. Mit komfortablem Vorsprung belegt man Platz drei des Medaillenspiegels. Für den 16. Oktober ist bereits eine große Jubelparade in der Londoner Innenstadt anberaumt.

An diesem Tag sollen zum Abschluss der Bahnwettbewerbe die Olympiasiege sechs, sieben und acht eingefahren werden. Von den ersten sieben Goldmedaillen im Velodrom hatten die Briten bereits fünf gewonnen, dazu je zweimal Silber und Bronze. Nun sind in allen drei auszutragenden Wettbewerben wieder britische Fahrer favorisiert.

Als erste kommt Victoria Pendleton auf die Bahn, die Sprint-Weltmeisterin. Dann Chris Hoy, Sprintweltmeister auch er. Beide pulverisieren ihre Gegner ohne Probleme. Schließlich Jason Kenny, der 20-jährige Youngster. Wie Hoy stand er schon im erfolgreichen Sprintteam.

Der Dritte aus der Goldtruppe, Jamie Staff, verfolgt das Rennen im Innenraum des Ovals. Den ersten Lauf gegen den Deutschen Maximilian Levy hat Kenny gewonnen, aber es war knapp; erst kurz vor dem Ziel fand er die richtige Stelle, um vorbeizuziehen. Jetzt sieht Staff, wie sein Landsmann schon eingangs der letzten Runde attackiert. Am Ende hat er mehrere Radlängen Vorsprung. Staff jubelt: "Fuckin? brilliant".

Kenny ist das jüngste Produkt des Trainingszentrums in Manchester. 1996 wurde es ins Leben gerufen, gefördert wird es mittlerweile mit jährlich rund fünf Millionen Euro aus den Töpfen der nationalen Lotterie, dem Hauptsponsor des britischen Sports. Es beinhaltet eine Akademie, in der die Nachwuchselite, derzeit zwölf Jungs und vier Mädchen, auf ihre Karriere vorbereitet wird.

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