Britischer Informationsdienst AQ veröffentlicht Report über die Treffsicherheit der Analysten in Europa
Williams de Broe stellt die besten Prognosen

Anleger wollen wissen, auf wessen Prognosen sie sich verlassen können. Der Informationsdienst AQ bietet dazu Anhaltspunkte, beurteilt er doch, wie genau Gewinnprognosen europäischer Broker und Analysten in den letzten Jahren waren. Bester Broker war Williams de Broe, der beste Analyst Charles Armitage von Merrill Lynch.

FRANKFURT/M. Der in London ansässige Broker Williams de Broe hat unter 35 betrachteten europäischen Brokern im Zeitraum von 1999 bis 2003 die treffsichersten Analysen erstellt. Das ergibt die jüngste Studie des Londoner Informationsdienstes AQ, die dem Handelsblatt vorliegt. In der Untersuchung, die sich zum ersten Mal sowohl auf Kontinentaleuropa als auch auf Großbritannien bezieht, folgen Merrill Lynch auf Platz zwei und Schroder Salomon Smith Barney auf Platz drei. Als beste deutsche Bank steht Commerzbank Securities auf dem fünften Rang.

AQ untersucht, wie Analystenprognosen zum Gewinn pro Aktie mit dem tatsächlichen Gewinn der Unternehmen übereinstimmen. Häufige Änderungen der Analysten verschlechtern dabei die Note. Der so genannte "Accuracy-Quotient" in der Tabelle gibt dabei die durchschnittliche Treffgenauigkeit der Analystenprognosen für den Gewinn je Aktie an, wobei jeweils die Jahreszahlen untersucht werden. Je höher der AQ-Wert ist - er reicht von null bis 100 -, desto genauer und beständiger ist die Prognose.

Wie Graham Field, Managing Director von AQ, erläutert, hat Williams de Broe die höchste Bewertung auf fünf Sektoren, nämlich bei Aktien von Nahrungsmittelherstellern, Einzelhändlern, bei Titeln aus dem Gesundheitswesen, bei Tabakwerten und bei Versorgern. Merrill Lynch erhält die besten Noten in den Sektoren Raumfahrt und Rüstung, Haushaltswaren, Luxusgüter, Stahl und Metalle sowie bei einigen ausgewählten Finanzwerten.

Übrigens führt auch ein Analyst von Merrill Lynch, Raumfahrt- und Rüstungsexperte Charles Armitage aus London, die Liste mit den treffsichersten Prognosen an; auf Platz zwei folgt Versorger-Analyst Nicola Fernandez von der spanischen Ibersecurities.

Abgesehen von dem Europa-Bericht hat AQ für einige einzelne Länder Hitlisten über die Broker mit den besten Prognosen erstellt. In Deutschland ist CAI Cheuvreux der Beste. Field zufolge haben gute Einschätzungen von VW, Linde und Metro dem Haus zum Siegertitel verholfen. Auf Platz zwei folgen HVB Corporates & Markets, die in früheren AQ-Studien bereits häufig eine gute Note erzielt haben, gefolgt von Helaba Trust, deren Analysten in der Einzelwertung ebenfalls gut abschneiden.

Allerdings gibt es auch Kritik an der Methode von AQ, denn die Bewertung bezieht sich ausschließlich auf die Schätzung des Gewinns je Aktie. Beobachter betonen, diese Kennzahl sei nur eine von vielen. Wichtig sei es jedoch, die Gesellschaft auf der gesamten Breite zu untersuchen. Dazu sagt Roger Aitken, Deputy Editor bei AQ, dass der Gewinn je Aktie nach wie vor eine sehr wichtige Kennzahl sei. Abgesehen davon denke AQ darüber nach, die Bewertung durch qualitative Elemente zu ergänzen, auch wenn das zeitlich noch nicht abzusehen sei. Aitken verweist gleichzeitig darauf, dass die Analysen von AQ auch Warnsignale für manche Titel gegeben hätten. Das gelte etwa für die Deutsche Telekom, die als der am "zweitschlechtesten einzuschätzende Wert in Deutschland" eingestuft wird, gleich nach Infineon Technologies. Übrigens stehen bei den gut einzuschätzenden Titel hier zu Lande Adidas-Salomon zuoberst, gefolgt von Beiersdorf und Deutsche Post.

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